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Und dann ging es Sonntagvormittag auch schon wieder zurück. Auf der A9 ein bisschen im Stau und zähflüssigen Verkehr festhängend aber ansonsten voll befriedigt von den Urlaubseindrücken und unserem Reisepartner.
Mission “1. Gemeinsamer Urlaub” erfolgreich zusammen gemeistert! 😀

Ein herzliches Dankeschön, an all die fleißigen Raubtierfütterer zu Hause, die uns diesen Urlaub ermöglicht haben: mein Herzstück(-schweißer) Benni, die allerbeste Franzi der Welt, die verlässlichen Rehbacher & natürlich meine Lieblings-Ellis :-*

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einmal um den Starnberger See

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Aufstehen, Duschen, Frühstücken etc. dauerte mal wieder etwas länger als geplant, aber wir hatten ja Urlaub! Und so fuhren wir am Samstag erst 11:30 mit den Rädern los um den Starnberger See zu umrunden. Das Wetter spielte uns in die Karten, denn es war zwar trocken, aber kühl und -wie sollte es anders sein- recht neblig, was für einen perfekten Blick über den See zwar nicht optimal war, dafür waren die Wege wohltuend frei von anderen Radlern, Spaziergängern oder sonstigen behindernden Faktoren. Der Rundweg um den See ist ca. 50 km lang, gut ausgeschildert & befestigt und man kann auch schön zu zweit nebeneinander radeln. Für Mr. Feels-like-coming-home mit seinem Wildnis-erprobten Rad waren unser Durchschnittstempo und die guten Wege zwar ziemlich pille-palle, aber er ließ sich ganz Gentleman-like nichts anmerken und so kam ich, die ich in diesem Jahr bei dieser Tour erst zum 2. Mal überhaupt in diesem Jahr auf dem Rad saß (und die erste Tour war nur kurz an die heimische Badestelle gewesen und zurück), ganz gut voran, nur wenn es bergauf ging wurde ich doch merklich langsamer als 20 km/h…

Nach der reichlichen Hälfte der Strecke machten wir halt in Berg, aßen dort Mittagessen, schauten über den See soweit es Wolken und Nebel zu ließen, amüsierten uns über den Wetterbericht (“es klart gleich auf!”) und lästerten über den Ortsnamen, da man ringsum keinen Berg sah. Wir fanden den Namen-gebenden Berg versteckt zwei/ drei Kurven hinter der Restauration. Auf halben Weg musste ich wegen des hohen Steigungsgrades absteigen & schieben. So rächte sich Berg.

Nachmittags als wir rechtschaffen leicht geschafft wieder am Wohnmobil ankamen, war es immer noch so kühl & unaufgeklart, dass wir nicht mehr lange draußen saßen, sondern bald ins beheizte Wohnmobil hineinzogen und uns köstliche Nudeln mit Würstchen & Mr. Feels-like-coming-homes super-leckeren Garten-Tomaten machten (naja ich geb’s zu: Mr. Feels-like-coming-home hat weltmeisterlich gekocht & ich hab nur ein bisschen mit aufgefüllt 0:-) )

wie die Lemminge in Hohenschwangau

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Nach einem echten Camper-Frühstück mit Frühstücksei & allem Drum und Dran fuhren wir durch eine für meine Vorstellungen von Bayern etwas zu flache aber hübsche grüne Landschaft nach Hohenschwangau, wo dann endlich echte Berge zu finden waren.
Was wir noch vorfanden waren Touristen. Und zwar nicht nur ein paar, sondern Massen um Massen. Busladungen-Weise wurden die Touristen in der Ortsmitte ausgespuckt und individuell Reisende Touristen verstopften vor Ort alle Parkplätze und erdenklichen Zufahrtsstraßen.
IMG-20141007-WA0000Wir stellten das Wohnmobil etwas außerhalb ab und wanderten – das Schloss Neuschwanstein schon im Blick – Orts-einwärts. Angesichts der eben schon erwähnten, wirklich nicht übertriebenen UNGLAUBLICHEN MASSEN an außer- & inner-europäischen Touristen entschlossen wir uns gegen eine Begutachtung des schlössischen Inventars und wanderten lieber um den kristallklaren, in allen Türkis-Tönen schillernden Alpsee herum, die Schlösser stets als malerische Kulisse neben uns. Entgegen des positiven Wetterberichtes blieben die Wolken die ganze Zeit über in den Bergwipfeln hängen und verflüchtigten sich erst, als wir wieder im Wohnmobil saßen & zu unserem nächsten Ziel aufbrachen.

Abends halb acht – es wurde schon ziemlich duster – erreichten wir unseren Campingplatz in Seeshaupt. Wir fanden einen hübschen Stellplatz neben freundlichen Nachbarn aus Biberach und zwei idyllischen Birken, fanden nach einigen Suchen auch den Stromanschlussadapter und liefen dann im Dunkel, der Wegbeschreibung der Campingplatz-Wirtin folgend, zum “Lido”, weil wir (naja ich jedenfalls…) inzwischen reichlich Kohldampf schoben. Erst als wir direkt vor der verschlossenen Tür und den dunklen Fensterscheiben standen glaubten wir, dass die Lokalität heute abend geschlossen hatte. Das hieß: im Dunkeln die Fahrräder aus dem Wohnmobil zaubern, fit machen und ins Nachbardorf St. Heinrich fahren. Dass der Gaststätten-Oberfuzzi in der ersten Wirtschaft am Platz uns mit unechtem Bedauern mitteilte, dass wir ohne Reservierung keinerlei Chancen auf zwei freie Plätze hätten, passte zu unserem nicht vorhandenen Abendbrot-Glück. Mr. Feels-like-coming-home hatte vor Hunger inzwischen schon ganze schwache Knie 😉 aber beim Anlauf Nr. 3 bekamen wir endlich in einem kleinen aber feinen Steakhaus einen Tisch, üppigste gefüllte Teller (ich schaffte nicht mal ganz alles o.O) und erfrischende Getränke. So gestärkt radelten wir im Nu die paar Kilometer zu unserem Wohnmobil zurück und verbrachten den Rest des Abends damit, das Ende von den “Gefährten” zu schauen, wobei mir natürlich die ein oder andere Träne übers Gesicht kullerte – Scheiß Sentimentalität 😉

im Oktober auf die Wiesn

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Stilgerecht mit Feinripp-Hemd und Country-Musik ging es mit dem Wohnmobil ab in den Süden- der Sonne hinterher. Nur leider versank die Landschaft je südlicher wir kamen immer mehr im Nebel. Die Außentemperaturen schwankten sehr abenteuerlich zwischen 9 und 19°C. Und ich persönlich hab ja immer das Gefühl, dass es bergab geht, wenn ich gen Süden fahre… 😉

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IMG-20141005-WA0000Ohne L. meinen Mr. Feels-like-coming-home hätte ich es nie geschafft, alle Aufgaben noch fristgerecht zu erledigen. Jetzt hat der Shetty-Stall neue Tiefstreu, die Rüben für den Winter (dieses Jahr größer und mehr denn je) sind unter Dach & Fach und für unseren geplanten Kurzausflug nach Oberbayern ist genügend Futter und Wasser bereit gestellt, dass die Helfer nur einen geringst-möglichen Aufwand haben. Die Pferde “stehen gut im Futter”, werden während meiner Abwesenheit bewegt & ich hab mir einen Tapetenwechsel mit Verschnaufpause längst schon wieder verdient 😉
Auf einen schönen Urlaub!

Ungarn-Urlaub

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IMAG0421Urlaub- welch verlockendes Wort, welche Verheißungen hinter den Buchstaben lauern! Und welche Genugtuung wenn er dann endlich herangekommen ist, der Urlaub, erst so lange fern und plötzlich fast erschreckend schnell vor der Tür stehend, wenn die Koffer noch längst nicht fertig gefüllt sind. Unausgesprochene Erwartungen an eine der schönsten Zeiten des Jahres gehen bei Sonnenschein, Badevergnügungen, geruhsamen Unternehmungen und deftigem Essen in Erfüllung und zaubern ein dauerhaftes Lächeln in Gemüt und Gesicht.

IMAG0386Endlich wieder Zeit für einen Ungarn-Urlaub. Diesmal im Kreise der Familie. Das Wetter meint es gut mit uns. Tagsüber ist es heiß und sonnig, des nachts kühlt sich das Land mit teils heftigen Gewittern und Regengüssen ab, die wir mit wohligem Schaudern von unseren Betten aus im Schlummer belauschen.
Für mich sind die meisten Flecken in Iregszemcse, Siófok & Umgebung mit wunderbaren Erinnerungen an vorangegangene Urlaube verknüpft und so ist es für mich weniger ein Urlaub des Neu-Entdeckens als ein traumwandlerisches Genießen des wohltuenden Moments und stetes Schwelgen in Gedanken an hier bereits erlebte ebenso traumhafte Momente.

IMAG0431DSCI5013Wiederfinden bekannter Ecken auch in Budapest. Im Café auf der Fischerbastei spielen noch immer die drei ungarischen Musikanten mit Geige, Kontrabass & Cimbalo auf während man mit einem Eiskaffe den atemberaubenden Blick hinab auf die Donau & das am anderen Ufer liegende prächtige Parlament genießt. Auf der Margareten-Insel tummelt sich eine bunte Menschenmenge auf dem Rasen & den Wegen zwischen den noch bunteren Blumenrabatten. Zur vollen Stunde dann ein wunderschönes Springbrunnenspektakel im großen Becken: unzählige Wasserfontänen im Zusammenspiel perfekt komponiert zur Musik von Brahms, Liszt, Verdi & den Rolling Stones.
Ach Budapest ist immer eine Reise wert! Ich liebe diesen unvergleichlichen Charme! Dem abgetragenen melancholischen Gewand der Stadt aus wehmütiger Tradition, bewegter Geschichte, verblichener architektonischer Kunst und glanzvoller Kultur fehlt nie das Augenzwinkern jugendlicher Leichtigkeit, mutiger Moderne, ausdrucksstarken Designs und ein Hauch herzlichen Laissez-fairs.
Auf einem Markt junger Gestalter erstehe ich ein herrliches Kleid- ein wundervolles Einzelstück im sommerlichen Stil lässiger Folklore. Die Bootsfahrt auf der Donau selbst ist nett, reißt mich aber nicht so vom Hocker wie manch einen anderen Mitfahrenden. So kann man meiner Meinung nach die reizvolle Schönheit des Stadtpanoramas jeweils von der anderen Uferseite aus ebenso vortrefflich bestaunen und sieht sich dabei dem ewigen Geschaukel nicht ausgesetzt. Dem Wunsch einer länger währenden Tour auf der Donau zwecks Besichtigung längerer Strecken des Fluss- aber vor allem Uferverlaufes bin ich dennoch äußerst zugetan.

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Tihany ist wie immer ein Traum! Im Zuge der Balatonüberquerung bin ich mit meinem Auto das erste Mal auf der Fähre gefahren. Überhaupt ist mein Mondeo (nach R.) der beste Reisebegleiter überhaupt! Und super-bequem!

DSCI4833Und Gott-sei-dank gibt es in Ungarn an den meisten Stellen Handyempfang, so dass meine zu Hause gebliebenen Lieblingsjungs immer ganz aktuell mitbekommen wo ich gerade herumstreune…

Ach übrigens: UNBEDINGT zu empfehlen: ein Besuch auf der Burg in Szigliget. So einen wahnsinns-Ausblick hatte ich glaub ich noch nie in meinem Leben!

nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

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IMAG0437Nun sitze ich hier in Ungarn auf der Badeteich-Terrasse vor dem Notebook und sitze und sitze und weiß vor Schreck gar nicht so genau, was ich schreiben soll. Dabei bin ich so voller Gedanken! Aber ich weiß halt nicht so genau, wo ich anfangen soll zu schreiben, denn nach der Kreuzfahrt im Mai/Juni ist viel passiert!

Schließen wir also am besten direkt nach der Kreuzfahrt an: Wie immer nach einer längeren Abwesenheit warteten daheim viele liegengebliebene Aufgaben in Haus und Hof. Ich war froh dass ich schon vorher geplant hatte, die Pferde erst zwei Tage später wieder zu mir zu holen, sodass ich vorher genügend Zeit hatte, Stall, Paddock & Koppel wieder herzurichten und insgesamt noch ein/zwei klare Gedanken zu fassen. Auf Arbeit war wieder kunterbunt viel los, daher war der Erholungseffekt der Kreuzfahrt recht schnell wieder verflogen und der Alltag brach so rasch und gewaltsam über den ersten Tag herein, dass mir die Reise noch mehr wie ein Traum vorkam.
Nordstern & Aramis benahmen sich bei ihrer Abholung vorbildlich & gingen ohne Beanstandung in Wawi auf den Hänger herauf und in Knauthain gesittet wieder herunter. Die beiden waren während ihres Urlaubs auf dem Bauernhof bei durchgängigem Weideaufenhalt umfangsmäßig in Bauchhöhe um diverse Zentimeter gewachsen und haben die Zeit ganz offensichtlich genossen. Herzlichen Dank noch mal an die Wadewitzer Gutsherren & -herrinnen für die liebevolle Pflege!

In abendlicher Heimarbeit wurschtelte ich mich durch die lange Liste von unbeantworteten Emails und erhielt dabei eine Nachricht, die mein Leben ganz schön ungeplant verändert hat. Über einen etwas weiteren Umweg lernte ich in Wawi nämlich jemanden kennen, der bei mir direkt um die Ecke (oder eher direkt hinter der Bahnschiene) wohnt und innerhalb kürzester Zeit zu meinem weltmeisterlichen Mr. Feels-like-coming-home geworden ist. Ich bin also von nun an zu zweit. Für einen Freiheit-liebenden absoluten Individualisten wie mich eine ziemliche Umstellung – aber ein rundum tolles Gefühl! (außer das mit dem zeitigen Aufstehen… das Angleichen vom Tagesrhythmus fällt mir dann doch ziemlich schwer 😉 )

IMAG0297IMAG0299Nach gefühlten EWIGKEITEN habe ich mit dem besten R. der Welt die alten Zeiten aufleben lassen & war eines schönen Freitagabends mal wieder aus. Nach Vorglühen mit Shisha & Hugo auf R.s Balkon mit Blick auf das Völkerschlachtdenkmal besuchten wir das altbewährte NightFever. Dass unter den ersten Gesichtern, auf die man dort traf sofort alte Bekannte sein würden, hatte ich fast schon irgendwie geahnt… Es war jedenfalls wunderbar: heiß, dunkel, voll, klebrig & musikalisch ausgewogen gut! Außer drei ganz kurzen Pausen tanzten R. & ich durch, waren erst nach vieren wieder daheim & hatten am nächsten Morgen trotzdem wir solche nächtlichen Aktivitäten wirklich nicht mehr gewohnt sind keinen Muskel- oder sonstige Kater.
Achja… der nächste Morgen… da stand ich pünktlich 10:00 Uhr, nachdem ich schon die Pferde versorgt und eine Fuhre Heuballen vor mein Tor gekippt bekommen hatte, inmitten von 600 Schafen & Zeigen und versuchte bei der Impfaktion behilflich zu sein. Am Wochenende davor hatten wir die guten Tierchen bei einer Großaktion im Sonne-Regen-Gewitter-Mix schon entwurmt und somit kann ich inzwischen behaupten, jedes Mitglied der Herde mal angefasst zu haben…

Von Norwegen über Dänemark nach Hause

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Länder-Premiere Nummer eins auf dieser Reise war Norwegen. Nach einer unruhigen Nacht begrüßten uns beim Frühstück strahlend weiße niedliche Holzhäuser, die sich den Fjordhang hinaufschoben. Im Hintergrund zeigte sich ein majestätisches Bergpanorama. Unser Schiff parkte quasi mitten in der Stadt. Nachdem zwei Häfen lang die “Queen Victoria” neben uns vor Anker lag (wir waren jeweils die ersten vor Ort gewesen und hatten deshalb immer den besseren Liegeplatz), war diesmal die “Aurora” der zweite Kreuzfahrtriese vor Ort.

DSCI0349 Wir verschafften uns als erstes mit dem City Sightseeing – Bus einen Überblick über Stavanger (Diese roten Busse sind äußerst zu empfehlen & ich habe damit schon mehr als ein Dutzend Städte Europas kennen gelernt. Man kann die Erklärungen zum Ort, zu den Örtlichkeiten und der passenden Geschichte über verschiedenfarbige Kopfhörer unabhängig vom tatsächlichen Verständnis in seiner Wunschsprache hören, an allen im Prospekt genannten Haltestellen beliebig ein- & aussteigen, das Ticket gilt für 24 Stunden und freies WiFi hat man auch noch 🙂 ) und nach einem kräftigendem Mittagessen bummelten wir dann zu Fuß noch einmal zu den schönsten Aussichtspunkten & Sehenswürdigkeiten.
Die Stadt ist richtig hübsch mit ihren historisch erhaltenen Holzhäusern und Gassen und der idyllischen Fjordlage. Hier lohnt es sich auch einmal länger zu verweilen! Hier würde ich gerne noch einmal hinfahren!

Kristiansand hingegen hat nach einem verheerenden Brand vor langer Zeit den Großteil seiner Holzhäuser verloren und präsentiert sich mit schmucken historischen Steinfassaden. Vor den Kristiansander Häfen tut sich eine wildromantische Schärenlandschaft auf: tausende kleine Inseln & bezaubernde Buchten. Mit einem alten Zweimaster DSCI0325kamen wir an wahrlich wunderschönen Fleckchen Erde vorbei. Jedoch der typische norwegische Charme fehlte mir hier in Kristiansand etwas. Dann war er schon eher in dem verschlafenen Dörfchen Lillesand zu spüren, so klein es auch ist.
Aber in keinem anderen Land (erst recht nicht in Deutschland oder gar Schottland) fielen mir so viele hübsche Menschen auf! Der Durchschnittsnorweger scheint groß, attraktiv und sportlich zu sein mit ausdrucksstarken Augen und dem gewissen Etwas! Norwegen lohnt sich also definitiv! Vor allem da wir das Land mit strahlend blauem Himmel, Sonne pur und Temperaturen über 20°C erleben durften!

DSCI0430Auch in Oslo ging es mit schönem Sommerwetter, gutaussehenden Leuten und Stadtkulissen weiter. Der Stadtname sieht auf Landkarten immer genauso groß gedruckt aus wie Berlin, aber Oslo ist von der reinen Fläche und der Einwohnerzahl her in Wirklichkeit eher kleiner als man denkt – viel kleiner! Der Vorteil: man kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt bequem zu Fuß erlaufen, vor allem wenn man dazu eine kompetente Führerin aus Bad Lausigk hat, die schon seit 20 Jahren in Oslo zu Hause ist. DSCI0428Im Gedächtnis wird mir vor allem das Christian-Denkmal bleiben: eine Hand die mit dem Finger auf eine Stelle des uralten Marktplatzes vor dem alten Rathaus zeigt. “Hier soll meine Stadt stehen!”, soll der Gutste damals gesagt haben und die Stadt wurde dann auch gleich passender Weise Christiania genannt. Das aktuelle Osloer Rathaus ist von außen groß, rot und eher klotzig als protzig. Aber wenn man hinein geht gehen einem fast die Augen über vor lauter Marmor, Wandgemälde und modernen, aber ansprechenden Verzierungen.

IMAG0191Das Königspaar bekamen wir leider nicht persönlich zu Gesicht, ebenso wenig einen Tag später die dänischen Amts- & Würdenträger, aber das Schloss war klein und hübsch (das in Dänemark natürlich auch) und in beiden Ländern taten geflissentlich die Gardisten ihre Pflicht und stolzierten aufgeputzt wie die Pfauen vor den Eingangspforten hin & her.

Dänemark, Kopenhagen war die letzte Station der Tour und nachdem ich im vorherigen Verlauf die City Sightseeingbusse so explizit lobend erwähnt habe, möchte ich hiermit der Richtigkeit halber darauf hinweisen, dass die Busse leider nur die im Prospekt genannten positiven Aspekte erfüllen und sich leider nicht nach den unrealistischen Wünschen mancher Pauschaltouristen richten. Wenn dort steht, dass der Bus die vorgegebene Route von 15 Haltestellen immer im Kreis fährt, dann sollte man sich nach Ablauf der 15 angegebenen Haltestellen also nicht beschweren, dass der Bus an dieser Stelle schon einmal vorbei fuhr und wenn die Ampel rot ist, dann bleibt der Fahrer stehen & fährt bei grün sehr sanft wieder an und dann im gemütlichen Tempo voran, damit die Fahrgäste nicht stürzen & man in Ruhe die Stadt betrachten kann und die Möglichkeit hat auch während der Fahrt Fotos zu machen und dass das Personal in außerdeutschen Städten nicht unbedingt gut deutsch sprechen kann, sollte man auch nicht bemängeln, da die meisten besser englisch sprechen als die deutschen Touristen. Mit meinen Mitreisenden setzte ich mich also in einen solchen Bus und fuhr durch die Stadt, während eine unangenehme blonde Person die ganze Zeit über meckerte und mäkelte. Währe es nach dänischem Recht nicht verboten gewesen, dann hätte ich sie über die Dachreling des Doppelstockbusses geschubst!
DSCI0556Im Anschluss bummelten wir vom Disney-Store 😉 über Paläste und Kastelles zu diversen Meerjungfrauen und hatten dann einen riesen großen Hunger nach all der Sonne und dem Umhergetippele. Zum Glück gab es abends wieder das traditionelle Fünf-Gänge-Menü mit des öfteren nachbestellten Brotkörben und Aufstrich-Schälchen. Danach war der Hunger wieder gestillt und der emotionale Abschied bei der Pooldeckparty war gekommen.

So schnell war unsere Reise um, schon ging es wieder ans Kofferpacken & Zusammenräumen und am Montag auf lange Heimreise, diesmal nicht mit einer Handbreit Wasser unterm Kiel sondern mit Rollen unterm Hintern 😉 Doch erstaunlicher Weise war die Fahrt im ICE außer fehlerhafter Bahnhofaushänge wirklich bequem und mit Stromanschluss & individuellem Bordradio gut ausgestattet. Nur kostenfreies WiFi sollte endlich mal weltweit durchgängig angeboten werden…

No Puffin

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Die Ankunft in Kirkwall hat man als erstes gespürt. Ein leichtes Schaukeln und Ruckeln begleitete das Anlegen des Schiffes am Pier. Ein Blick aus dem Fenster zeigte: nix. Graue Wellen gingen direkt in grauen Nebel über und verhinderten, dass man weiter als 50 Meter weit schauen konnte. Als wir von Bord gingen, um mit unseren Guides die Umgebung kennen zu lernen, wurde der Nebel sogar noch dichter. Geheimnisvoll verhüllten sich die Inseln und ließen uns an alle Märchen und Sagen glauben. Erst recht, als aus dem Nichts, in Nebelschwaden eingehüllt die ersten Standing Stones auftauchten und hochmütig wie seit tausenden Jahren auf uns vergängliche Kreaturen hinabblickten. Ein eisiger Wind zerrte an uns und ließ die Kälte bis in die Knochen kriechen. Selbst die Lämmer auf den Wiesen kuschelten sich Schutzsuchend dicht an ihre Mütter. Ich atmete die salzige frische Luft, die so weitaus klarer war, als der Nebel es erwarten ließ und mochte diese mystische Gegend aus ganzem Herzen.

IMAG0110Als wir Skara Brae erreichten schaffte es der Wind, die dichte Nebelhülle zu zerreißen. Hinter den steinzeitlichen Siedlungsresten tat sich eine wunderbare Sandbucht auf & sanfte grüne Hügel auf denen sich halbhohe Steinmauern kreuzten – schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen. Ums vielfache mehr Rinder & Schafe als Menschen sind auf den Orkney Inseln beheimatet, ein Großteil der Inseln ist unbewohnt. Die Leute hier sind auf die Gemeinschaft angewiesen – Kriminalität gibt es hier nicht. Auch wir als Fremde bekommen die hiesige Freundlichkeit zu spüren und sind begeistert von der Kreativität und Handwerkskunst die sich uns hier präsentiert (und von den Wasserfontänen, die uns zu Ehren neben unserem ablegenden Schiff am Abend zu sehen waren).

DSCI0238Die Sonne hatte sich irgendwann ihren Platz am Himmel erkämpft, der eisige Wind hatte nachgelassen & man konnte zu recht behaupten, wir hätten auf Mainland schönes Wetter gehabt. Dass das kleine Kirkwall gleich eine das gesamte Stadtpanorama überragende und dominierende Kathedrale hat, einen Bischofs- & einen Earlspalast, sowie eine Vielzahl an Kirchen beherbergt, kann verwundern, aber was wir gerade so als Kleinstadt bezeichnen würden ist für die Orkneys absoluter Dreh- und Angelpunkt des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens der Inseln.

Die Landschaft der Orkneys lässt die Augen und die Seele zur Ruhe kommen und wird doch nie langweilig. Einzig und allein die Bäume fehlen mir! Die wenigen unscheinbaren, Moosbewachsenen Exemplare krümmen und ducken sich unter dem strengen Wind zur Erde.

Ein ganz persönliches Highlight für mich waren die vielen Oystercatcher – hübsche Vögel, die an der deutschen Ostseeküste denkbar unbekannt sind. Nur Puffins habe ich leider nicht in echt, sondern nur tausendfach in den verschiedensten Souvenirrepliken gesehen… aber das wird schon noch bei der nächsten Reise!

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Da ist es wieder, das Phänomen: wenn man nicht den halben Tag ohne merkliche Bewegungen auf einem Liegestuhl verbringt, dann hat man keine Zeit zum Bloggen! (Das sagt indirekt einiges über mein Arbeitspensum während meines Studiums aus, denn damals wurde mein Blog meinerseits sehr regelmäßig und ausführlich geführt. 😉 )

Nun war ich endlich mal wieder in der alten Heimat! Good old Scotland hat sich zu meiner Beruhigung nicht verändert. Die Edinburger Straßenbahn ist zwar endlich in Betrieb, die Läden haben neue Kollektionen, aber sonst ist es genau, wie als ob man nie weg gewesen wäre.
Das Wetter war/ist typisch: von einem Regenschauer, der die Straßen schwimmen lässt bis zu Sonnenbrandgefährlicher Sonne in blauem Himmel ist alles möglich – mit bis zu halbstündlichen Wechseln. Schön, dass meine Vorhersagen noch funktionieren – ich bin halt doch eine alte Wetterhexe 😉
Die schönsten Farben der Erde gibt es nur in den Highlands. Und nie sind die Farben strahlender als nach einem schönen frischen Regenguss. Mit dem Auge einer Malerin kann ich gar nicht genug schauen und träumen und das Schwärmen fange ich vorsichtshalber gar nicht an, denn ich würde damit vermutlich NIE wieder aufhören können.
Edinburgh zog langsam an mir vorbei. Ich stand mitten drin, bewegte mich durch die Straßen, trank Whisky im Pub und doch zog die Stadt wie eine geliebte, oft angesehene, schon leicht vergilbte Lieblingsphotografie an mir vorbei mit so einem unrealen Gefühl…

DSCI0145Invergordon war nett aber noch viel viel kleiner als ich mir das vorgestellt hatte. Eine kleine Hauptstraße mit fünf Geschäften und einer handvoll bemalter Häuserfasaden. Den Geruch von ins Meer geleitetem Tail-Whisky, Seetang, Miesmuscheln und Erdöl hatte man immer in der Nase. Erst lange nach dem Ablegen würde der Maische-Geruch nicht mehr in der Kabine festhängen.
Wirklich beeindruckend fand ich die Seafarer- Organisation! In der Kirche – ich wüsste nicht einmal, welcher Religion sie nun tatsächlich angehörte – wurden die Cruise-Passagiere herzlich, vor allem aber die Besatzung der Schiffe aufs Wärmste empfangen. Im vorderen Kirchenschiff gab es Kaffee und Kuchen, freies WiFi, PCs, Leih-Sim-Cards, einfühlsame Gesprächspartner – eigentlich alles was man sich als SeefahrerIn fernab der Heimat bei einem viertlen Tag Freigang nur wünschen kann.

Bei einer kurzen Tour nach Dornoch war ich froh, für ein paar Minuten allein unterwegs zu sein. Und sei es nur der Weg zum Postamt, dass noch – entgegen der Öffnungszeiten-Tafel – geschlossen hatte. Ein kurzes Gespräch mit einer jungen schottischen Familie vor dem wunderbar britisch-rotem Postkasten, der Einkauf bei Co-op – mit meinem roten Haar und ohne weitere in touristische Regenmäntel gehüllte Busladungen voll Kurzbesichtiger falle ich einfach nicht als fremd auf und das bewirkt ein Gefühl des Willkommen-geheißen-werden & des unausgesprochenen Zusammengehörigkeitsgefühl, das Schottland schon vor vielen Jahren unauslöschbar tief in mein Herz eingraviert hat.
Unter solchen Umständen sieht man den kleinen Regenbogen über dem Firth of Forth während des Abendmenüs als persönliches gutes Omen und den fast schon kitschig schönen Sonnenuntergang in den Highlands nach dem Abendmenü des nächsten Abends als Gutheißung der eigenen Anwesenheit im Traumland.

Da macht man doch tatsächlich schon Pläne für eine mögliche nächste Kreuzfahrtroute, diskutiert über die Vor-& Nachteile von Fluss- & Meeres-Kreuzfahrten, während neben einem beim Auslaufen aus dem Cromarty Firth ein wunderbares Panorama langsam vorbeizieht und man eigentlich auch nach dem dritten Tag noch immer nicht richtig realisiert hat, wo man gerade ist und was man da gerade tatsächlich vor sich sieht und erlebt.
Die Zusammenfassung bisher wäre: ein Gefühl der Purheit, Echtheit und gleichzeitig der Unwirklichkeit hat sich eingestellt und größtenteils finde ich mich zufrieden in mich hineinlächelnd und rundum zufrieden wie schon lange nicht mehr wieder.
In diesem Zusammenhang möchte ich meine Reisebegleitung einmal lobend erwähnen, die meine Tage NOCH kurzweiliger, amüsanter, atemloser und behaglicher macht. Danke!