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ein höllisches FCM Hellau!

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Draußen tobte ein Sturm. Der Wind zerrte an den Bäumen und Dachschindeln und jagte eisige Regenschauer ungestüm vor sich her. Die Dunkelheit war langsam über die Stadt gezogen und mitten in dem Heulen und Klagen des Windes tönte plötzlich unheimlich das Läuten an der Eingangspforte. Ich öffnete und vor mir stand er:

ein venezianischer Edelmann, der direkt aus dem Märchenbuch zu mir kam und mich in einem dunkelroten Vehikel mit Chauffeur und grimmiger Oberschwester zum Mitternachtsball entführte. Dunkle Gestalten, Vampire, Hexen und böse Geister hatten sich in einem finsteren Saal versammelt, denn der Meister persönlich, Satan der Höllenfürst, hatte geladen.

So begann der diesjährige Fasching in Markranstädt und entwickelte sich über Viva Saxonia und viele FCM-Helau!s zu dem amüsantesten Abend, den ich in Gesellschaft von R. und Caipirinha seit langem erlebt hatte!!!

Absolute Highlights, die sich in Endlosschleife in meinem Zimmer noch heute musikalisch fortsetzen: „In mir fließt ungarisches Blut“ (Laura Wilde), „Sataan- In den Staub“ 😀 „Schöne Grüße aus der Hölle“ (Udo Jürgens), „Wenn i mit dir tanz“ (Nicki) und der komplette Tanz-der-Vampire- Soundtrack:…

[Manchmal in der Nacht fühl ich mich einsam und traurig, doch ich weiß nicht was mir fehlt
Manchmal in der Nacht hab ich fantastische Träume, aber wenn ich aufwach quält mich die Angst
Manchmal in der Nacht lieg ich im Dunklen und warte, doch worauf ich warte ist mir nicht klar
Manchmal in der Nacht spür ich die unwiderstehliche Versuchung einer dunklen Gefahr
Ich hör eine Stimme die mich ruft… Ich kann eine Stimme hörn…

Manchmal in der Nacht fühl ich die Macht eines Zaubers der mich unsichtbar berührt
Manchmal in der Nacht bin ich so hilflos und wünsch mir, es käm einer der mich führt und beschützt
Manchmal in der Nacht moecht ich Verbot’nes erleben und die Folgen sind mir ganz einerlei
Ich hoer eine Stimme die mich ruft! Ich spuer eine Sehnsucht die mich sucht…
Sich verliern heißt sich befrein, du wirst dich in mir erkennen.

Was du erträumst wird Wahrheit sein, nichts und niemand kann uns trennen!
Tauch mit mir in die Dunkelheit ein!
Zwischen Abgrund und Schein verbrennen wir die Zweifel und vergessen die Zeit
Hüll mich ein in deinen Schatten und trag mich weit
Mein Herz ist Dynamit das einen Funken ersehnt.
Ich bin zum Leben erwacht.
die Ewigkeit beginnt heut Nacht.

Ich hab mich gesehnt danach mein Herz zu verliern – jetzt verlier ich fast den Verstand
Totale Finsternis, ein Meer von Gefühln und kein Land in Sicht
Einmal dachte ich, bricht Liebe den Bann – jetzt zerbricht sie gleich meine Welt
Totale Finsternis –  ich falle und nichts was mich hält

Machmal in der Nacht denk ich, ich sollte lieber fliehn vor dir solang ich es noch kann
Doch rufst du dann nach mir, bin ich bereit, dir blind zu folgen – selbst zur Hölle würd ich fahren mit dir!
Manchmal in der Nacht gäb ich mein Leben her für einen Augenblick in dem ich ganz dir gehör
Manchmal in der Nacht möcht ich so sein wie du mich haben willst und wenn ich mich selbst dabei zerstör
Ich hör eine Stimme die mich ruft! Ich spür eine Sehnsucht die mich sucht…]

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=LRoW7ZmdxWU#t=32s

Ponyhof im Regen

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Na, was macht ihr so an einem Sonntagmorgen? Vielleicht ausschlafen? Und dann gemütlich frühstücken oder brunchen? Klingt toll!!! Und glücklicher Weise bin ich in der Lage, die meisten Tage meiner Woche so zu beginnen (*ätsch* 😉 ), aber mein Sonntag sieht gaaanz anders aus…:

Sonntag, 10.00 Uhr: Eine Komapnie 5-Jähriger Zwerge steht kichernd und fröhlich plappernd am Ponypaddock. Das Wetter ist nass-kalt, eigentlich ein Tag zum im-Bett-liegen-bleiben, aber die Kiddies sind putzmunter und ihre Vatis sind gut dressiert und bringen ihre Kinder treu und brav zum all-sonntäglichen Kinderreiten nach Knauthain.

Kurz vor knapp kommt dann immer eine sehr verschlafene Rothaarige angehetzt, die früher selber eines dieser putzmunteren Kinder war und sich inzwischen zur „Reitlehrerin“, oder wie Br. immer sagt „Chefin“ 😉 , gemausert hat und nur noch gaaanz selten ihre langen Beine auf die kurzen Shetties schwingt: das bin ich. Profis können anhand meiner sonntäglichen Frisur und meiner Gesprächigkeit sicher feststellen, was ich am Samstagabend gemacht hab, denn manchmal (sehr selten^^) bin ich ein sehr fröhlicher, durchgestylter Mensch (dann war ich aus unerfindlichen Gründen samstags zeitig im Bett) und manchmal (sagen wir 90% ^^) bin ich ein gähnender Mensch mit Haaren, die halt irgendwie so zusammengeknotet sind.

Ich dachte immer, das größte Glück was einem passieren kann, sind Nachbarn, mit denen man sich gut versteht und die den Haushalt mit Hund, Katzen, Hühnern, Kaninchen und Ponys so akzeptieren, wie er ist. Aber das aller größte Glück ist, wenn man eben solche Nachbarn hat, die mit ihrer kleinen J. jeden Sonntag zum Ponyreiten rüberkommen und frisch aufgebrühten Kaffee mitbringen!!! Manchmal frage ich mich, wie ich das Reiten jahrelang ohne meine lieben Nachbarn überlebt habe…

Voller Tatendrang gehen die Kinder jedenfalls mit Kardätschen und Striegeln bewaffnet ans Werk, die verschlafenen Ponys Straßen-tauglich zu gestalten. Pony Dolly steht dabei immer mit halb geschlossenen Augen da und lässt alles mit sich machen, Pony Sissi ist ein eher unfreundlicherer Morgenmuffel und trampelt mir mit Vorliebe aus purem Missmut auf meinen Füßen herum. Dabei haben die Ponys eigentlich nix gegen zeitige Uhrzeiten, schließlich drängeln sie ja morgens 6.00 Uhr schon nach dem Frühstück…, die beiden sind einfach recht… nennen wir es „etwas arbeitsunmotiviert“.

Je nach Witterung wird dann auf der eigenen Wiese geritten, oder wir machen -wie heute- einen Spaziergang über die Felder und durch die Siedlung. Dem Regen von oben stehen Kinder und Ponys ziemlich neutral gegenüber, Pfützen von unten hingegen lösen bei Kindern wahre Begeisterungsstürme und bei meinen Ponys Panik- oder Sturheitsanfälle aus. Während die Kiddies glückselig mit ihren Gummistiefelchen durch die Wasserlachen hüpfen, sortieren die Vierbeiner ihre Hüfchen höchst sorgfältig um die „Pferde-fressenden Monster-Löcher“ herum. Ansonsten stapfen sie aber recht fügsam mit ihren kleinen Reitern auf dem Rücken durch die Gegend. Erst wenn es dann ans Tempo „Galopp“ geht, dreht Sissi richtig auf. Aus Mangel an Galopp-festen Sissi-Reitern, bin ich heute mit ihr eine Runde an der Hand gerannt und war doch recht erstaunt, dass mein Pony in fröhlichen Hüpfern meist in Augenhöhe neben mir schwebte und nicht auf dem 1-Meter-Niveau wie üblich. Aber auch bald 30-jährige Shettie-Damen haben eben noch viel Lebenslust in den Knochen stecken und meine Sissi ganz besonders (ihr erinnert euch an das hier?:

Na jedenfalls macht mir das Kinder-Bespaßen an den Sonntag-Morgenden irgendwie doch immer viel Spaß, sonst würde ich mich schließlich kaum am 1.Januar, nach Nachtschichten oder durchgefeierten Saturday Nightfevers immer wieder dazu aufraffen, das Ponyreiten anzubieten.

Mein Leben ist halt (k)ein Ponyhof. 😀