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„die Höhepunkte Ostsachsens“ Teil2

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Ich hätte nicht gedacht, dass ich das sagen würde, aber: ich mag Bautzen! echt! Die Touri-Info will für den einfachen Stadtplan einen, für die ausführliche Variante 2,50€ haben. Ich kann mich nicht entscheiden, nehme beide mit und bummele dann doch los, ohne mich an einem der beiden Pläne zu orientieren. Die Beschilderung der interessanten Gebäude der Stadt über nimmt nämlich ebenso die Wissensvermittlung, was ich da gerade sehe und in Bautzen kann man sich jetzt nicht unbedingt verlaufen, da man überall den süßen Wehr- und Wasser-Türmen begegnet, die als Fixpunkte dienen.

Das Wetter ist super und ich schlendere außerhalb der Stadtmauer oberhalb der Spree entlang, bis ich an einem hübschen Bänkchen mit schönem Blick bleibe, weil es mir dort so gefällt.

Danach gings noch ins verwinkelte Meißen, was jetzt für mich keine großen Aha-Effekte brachte, außer dass ich mal bewusst wissentlich auf dem ehemaligen Pferde-Göpel-Platz stand. Und dann waren zwei Tage Fahrt durchs Blaue auch schon vorbei und seitdem habe ich Mr. Romance nicht mehr gesehen. Zwei Wochen sind ne lange Zeit. V.a. wenn kein Ende in Sicht ist.

Ungarn für Anfänger VI ODER „die Kunst, ein Auto zu starten“

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A. ist ein guter Autofahrer. Sicher und bequem chauffierte er uns ohne große Pause von Deutschland zum ungarischen Zielort, in Ungarn hin und her und wieder nach Deutschland zurück. Running Gag beim Autofahren war, dass der Mercedes immer wieder die Macke hat, dass er beim Starten, zwar den Motor anwirft, aber die Elektronik nicht anschaltet. Das sieht de facto so aus, dass man zwar fahren könnte, aber weder Blink- noch Bremslicht, kein Radio, Navi, etc.p.p. Funktioniert. Ich kannte dieses Phänomen bereits von vorherigen Fahrten mit Mr. Romance, aber spätestens beim zweiten Startversuch war immer alles i.O.gewesen. A. jedenfalls saß nach dem Startversuch immer vor dunklen Displays, auch nach dem zweiten und dritten Versuch. Selbst beim vierten Mal klappte es nicht. Da musste erst Mr. Romance vom Beifahrersitz aus grinsend den Schlüssel in die Hand nehmen, die Türen per Knopfdruck ver- und wieder entriegeln, dann machte er einen lässigen Schlenker mit der linken Hand und das Auto sprang fehlerfrei an. Natürlich versuchte A., genau das gleiche Procedere nachzuahmen, aber es misslang jedes Mal, obwohl er -soweit ich das beurteilen konnte- haargenau alles machte, wie der Autobesitzer persönlich. Von meinem sicheren und bequemen Platz auf der Rückbank aus war dieses Phänomen vergnüglich anzusehen, aber ich kann mir vorstellen, dass es für A. auf Dauer recht frustrierend war, deshalb wagte ich auch keinen einzigen Versuch mit meiner Handführung. Sieben Tage lang musste A. vor dem Losfahren immer auf Mr. Romances Start-Assistenz warten oder ohne Brems- und Blinklicht zum Brötchen-Holen fahren. Alle Kommentare über heimliche Personalisierung des Autos, die besondere Technik des Handgelenk-Schwenkens und so weiter waren schon gerissen worden, doch auf der Rückfahrt, nach dem Tanken in Tschechien, klappte es Wunder oh Wunder: A. steckte den Schlüssel ein (ich hätte ja wahrscheinlich schon nach dem dritten Tag das Versuchs-Handtuch geworfen…) und ZACK! lief der Wagen einwandfrei, wie es sein sollte! Ende gut alles gut! Oder steter Tropfen höhlt den Stein (bzw. lässt das Auto anspringen…).

Ungarn für Anfänger IV ODER „die Sache mit dem Gas-Tankstutzen-Adapter-Dings“

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Das Tanken mit Autogas ist eine feine Sache. Die Steuern sind vom Staat relativ niedrig gehalten und der Liter-Preis ist heuer ca. um die Hälfte billiger, als die Benzinpreise. Unser Reisewagen, der silberne Mercedes war von Mr. Romance auf Autogas umgerüstet lassen worden und fuhr nun günstig quer durch Europa.  Als das Auto in Ungarn piepend anzeigte, dass Ebbe im Tank herrschte und wir an die nächste Tankstelle fuhren, kam der große Schreck: der Adapter vom Tankverschluss zur Gas-Tankpistole war weg. Akribisch wurde das Vehikel von unten bis oben abgesucht- erfolglos. Die letzte Erinnerung an das gute Stück führte gedanklich in die Slowakei zurück, aber wir waren in Ungarn und keine Tankstelle an der wir hielten hatte einen passenden Adapter da.

Am Rückreisetag versuchten wir unser Glück noch bei diversen Autoreparaturwerkstätten, doch niemand konnte das fehlende Hilfsmittel beschaffen. Also tankte Mr. Romance schweren Herzens das Auto mit teurem Super auf, aber ganz kampflos wollte man(n) dennoch nicht vom Felde ziehen. Mit der Quittung vom Hinfahrts-Tanken in der Hand besuchten wir in Bratislava die slowakische Tankstelle, an der jener Tank-Schnuffel zuletzt gesehen wurde. Der Tankwart hatte leider keenen Kanister, aber er wollde dor ährwürdschen Schwester helfen… Ach nein, falscher Film 😉

Also, der Tankwart hatte leider unseren Tankstutzen nicht, aber er wollte uns ehrwürdigen Menschen helfen. Und tatsächlich hatte er einen Adapter, der mit Biegen und Brechen ermöglichte, den Mercedes vollzugasen. Dank der noch vorhandenen Tankquittung vom letzten Mal konnte er des weiteren herausfinden, wer uns letztens bedient hatte und während wir noch unseren Kaffee schlürften, kam er an den Tisch und brachte uns, nun schau mal her: den langersehnten Teddybär (ach nee, schon wieder falsch…). Also am Ende war das Gas-Tank-Dings wieder da, wurde euphorisch begrüßt und liebevoll wieder ins Auto-Repertoire aufgenommen. Ende gut, alles gut! ODER Kommen Sie in die Slowakei, ihr Gas-Tankstutzen-Adapter-Dings ist schon da 😉


Ungarn für Anfänger I

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Freitag, 6:00 Uhr. Die Nacht war erholsam und so schaffe ich innerhalb von zwei Stunden alle von gestern liegengelassenen plus den sowieso am Morgen zu erledigenden Aufgaben und bin somit längst Startklar als ich abgeholt werde und es Richtung Süd-Osten losgeht. Bei dem nass-kühlem Wetter tut eine Luftveränderung Not!

 

Den Übergang nach Tschechien bemerke ich vor allem durch die freundliche Mitteilung von Base per SMS, dass ich mich nun im europäischen Ausland befände. Sonst bemerkt man erst mal keine gravierenden Unterschiede, die Elbe und die Berge ziehen meine Blicke auf sich und so bemerke ich eher pro forma und nicht bewusst, dass die Städte grauer und heruntergekommener sind, die Schlaglöcher tiefer und die Temperaturen kälter. Die Namen auf den Straßenschildern sind für mich böhmische Dörfer, was durchaus daran liegen könnte, dass es sich dabei um echte böhmische Dörfer handelt… 😉 Hier erlebe ich auch wieder eine dieser Panzer-Platten-Autobahnen, die dieses auf Dauer nerv- und Achs-tötende Klick-Klick-Klick verursacht, aber mich auch irgendwie müde macht. Die Landschaft hinter Prag ist jetzt auch nicht sooo unheimlich vom Hocker reißend- also ich meine das nicht negativ! Aber man könnte sie -von der Autobahn aus gesehen- auch in Deutschland finden und die grauen Wolken und der Nieselregen lassen alles ziemlich trist erscheinen.

 

Brno erinnert entfernt an Jena-Lobeda: die Autobahn führt direkt an einem Wald aus alten Neubaublocks vorbei. Insgesamt kommen wir super durch. Ein kurzer Kaffee- und Tank-Stopp in der Slowakei, dann befahre ich zum ersten Mal ungarischen Boden. Leider wird es langsam immer dunkler, so dass ich die traumhafte Umgebung nur erahnen kann, aber da ich ja bekannter Maßen mit einer äußerst ausgeprägten Fantasie gesegnet bin, konnte ich die Landschaften genau vor mir sehen.

 

Halb neun kamen wir am Ziel an. Ein kurzer Stopp zum Einkaufen der wichtigsten Sachen ließ mich zum ersten Mal Schritte in Ungarn tun und endlich wieder in einem „Tesco“ stehen. Mich überkam gleich ein leichtes Heimweh-Gefühl nach Schottland und Szczepan 😉 und kann nicht verstehen, wieso es Tesco nicht in Deutschland gibt und wieso wir nicht ebenso praktische Ladenöffnungszeiten haben. Vorm Kaminofen gab es dann ein rustikales Abendbrot, Wein und „Unicum“ und irgendwann bekam ich dann auch eine erholsame Mütze Schlaf.

 

Am Samstag hatte ich bei Tageslicht Gelegenheit, in aller Ruhe das schön hergerichtete Ferienhaus in Augenschein zu nehmen. Es ist wundervoll! Auch die Lage- direkt an einem Waldstückchen und leicht erhoben, sodass man vom Balkon aus über das flache Dörfchen schauen kann. Im Garten gibt es einen Badeteich, eine Sauna und bei dem zum Glück schönen Wetter einige Handgriffe zu erledigen. In der Sonne ist es richtig heiß. Ich kann barfuß und im Top frühstücken und fühle mich total wohl.

 

„Iregszemsce“ (unaussprechlich mit seinen 11 Buchstaben…) ist ein verschlafenes Kaff mit einem engagierten Bürgermeister, der bei unserem Frühstück vorbeischaut. In der Mittagszeit sehe ich auf dem Weg zu einem leckeren Kesselgulasch mit Pallatschinken zum Nachtisch, blühende Mandelbäume und Schlehen, abenteuerlich zusammengeflickte niedrige Häuschen, windschiefe Schuppen, von Hand bewirtschaftete Gärten, typische schwarzhaarige Ungarn, teure Karossen mit Schweizer-Kennzeichen neben verbeulten Rostkarren und unendlich weiten Himmel. Ungarn gefällt mir. Es ist fast genau so, wie ich es mir vorgestellt habe!

 

Der Abend klingt erneut am Kamin aus- ich bin glücklich. Einfach nur glücklich!

die letzte Woche im Zeichen des Buches und des Gartens

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5.30 Uhr! 5.30!!! Bin ich nicht gut? 😉 Naja, Jena hat sich in Nebelwolken gehüllt, damit ich den Anblick der ganzen Wohnblocks nicht ertragen muss. So stehe ich hier mit Emma auf dem Berg und gucke über die Wiese in den Morgendunst und nicht ins Billigwohnviertel. Das fühlt sich sehr mystisch an. Emma schnuffelt in der frischen Luft herum und ich bin sehr dankbar, dass ich nicht ständig die Welt durch Nebelschleier sehe, oder wie Emma in ständiger Dunkelheit lebe.

Schon wieder Freitag…! Langsam werde ich mit dem Schreiben nachlässig. Also hier mal noch ein schneller Nachtrag:

letzter Samstag: Weinstubengespräch in der “Weinstube am Brunnen” mit Wolfgang Ghantus- ein sehr authentischer, interessanter Mann, dessen Erlebnisse als Dolmetscher sich teils amüsant, teils lehrreich und immer spannend anhören und lesen lassen. Das anschließende 3-Gänge-Menü ist die reinste Gaumenfreude! Nur schade, dass ich als Chauffeurin vom Dienst nicht mit den guten Ganymed-Wein bechern kann…

23.00 die nächste Buchmesse-Veranstaltung im neuen Rathaus. Mir blieb keine Zeit zum Umziehen, deshalb bin ich leicht overdressed und empfinde den sinkenden Standart des Events noch ein wenig mehr. Es lohnt sich tatsächlich nicht mehr, das -unnütz!!!- viele Geld DAFÜR auszugeben! Wenn ich nicht wieder vergünstigten oder freien Eintritt bekomme, werde ich das nächste Mal nicht wieder dabei sein. Wir hatten in den Vorjahren zwar viele schöne Erlebnisse auf dieser Veranstaltung, aber Drang der Veranstalter, das Konzept immer wieder umzustellen (leider erfolg- und wirkungslos) und ein semi-attraktives Aufgebt an tollen Acts UND nicht zuletzt die mangelnde Anwesenheit an ansehnlichen Gästen machen das ganze zu einem Ereignis niederen Durchschnitts, trotz der tollen Location.

Na wenigstens habe ich jetzt Frida Gold mal live gesehen und gehört (wusstet ihr, dass die Frau keine Haare hat!?). An dieser Stelle möchte ich den Text von Fridas bekanntem Lied wiedergeben, mit dem man sich (ich mich!) doch sehr identifizieren kann:

Ich bin mitten drin
Und geb mich allem hin
Aber schaut man hinter die Kulissen
Dann fängt es immer so an
Ich schlafe immer zu lang
Kriegs nicht hin
Und fühl mich deshalb beschissen

Ich erkenn mich nicht
In den Schaufensterscheiben
Entdecke nichts, was mir gefällt
Ich brauch die schönsten Kleider
Und die stärksten Männer
Und eine Hand, die meine Hand für immer festhält

Wovon sollen wir träumen?
So wie wir sind, so wie wir sind, so wie wir sind
Woran können wir glauben?
Wo führt das hin? Was kommt und bleibt? So wie wir sind.

Ich fühl mich leer
Und die Nacht liegt schwer
So schwer auf meinen Schultern
All die Hoffnung die war
Ist schon lang nicht mehr da
Schon wieder ne Nacht einfach vertan

Ich hab gesucht und gesucht
In den hintersten Ecken
Nach Augen, die mich interessieren
Noch nie hat es geklappt
Doch ich mags nicht kapieren

Wovon sollen wir träumen?
So wie wir sind, so wie wir sind, so wie wir sind
Woran können wir glauben?
Wo führt das hin? Was kommt und bleibt? So wie wir sind

Wir lassen uns treiben durch die Clubs der Stadt
Durch fremde Hände und wir werden nicht satt
Wir wachen dann auf bei immer anderen Geliebten
Von denen wir dachten, dass wir sie nie verlassen

Wir können nicht mehr atmen,
Und vergessen zu essen
Wir trinken zu viel
Es bleibt ein Spiel ohne Ziel
Wann hört das auf?
Wann kommen wir hier raus?
Wovon sollen wir träumen?
Wo sind wir zu Haus? Wo sind wir zu Haus?Wo sind wir zu Haus?

Meine Begleitung war jedenfalls noch deutlich unzufriedener mit dem Gesamt-Ensemble der Veranstaltung, weshalb wir bereits gegen 1.00 das Rathaus wieder verließen, uns noch auf einen Absacker in die Gottschedstraße begaben (und dort zum ersten Mal außerhalb Großbritanniens erlebten, dass uns gesagt wurde: “Sie können nur noch ein Getränk bestellen, wir wollen schließen” (außer damals in der guten alten Zebra-Bar… 🙂 aber da wurden wir wenigstens diskret mit fünfmaliger Wiederholung von Coras Amsterdam auf den nahenden Ladenschluss hingewiesen ^^))

Sonntag: nach der kurzen Nacht stand ich trotzdem vormittags wieder zwischen Ponys und Kindern, erklärte, lobte, redete mir den Mund fusselig, trank zwischendurch einen Schluck (inzwischen kalt gewordenen) Kaffee (den Rotwein tranken die anderen Erwachsenen allein…), fuchtelte mit den Armen, musste den Hund ab und an mal noch von A nach B diktieren und war dann mittags total fertig. Doch das hindert einen nicht daran, dass schöne Wetter auszunuten und noch ein bisschen im Garten zu wüten (meine Hände fast aus, als hätte die Heuzeit schon angefangen…),

ebenso am MONTAG bis DONNERSTAG. Unterbrochen wurden meine gärtnerischen Tätigkeiten nur von Buch-Abschluss-Gesprächen, notwendigem Einkaufen und Essen machen, Hundespaziergängen, einem WUNDERVOLLEN Vormittag am See mit Mr. Romance, kreativen Minuten und einem Back-Anfall, dem ich jetzt tonnenweise Osterkekse verdanke. Erwähnenswert ist auch noch die Abreise der Landlady. Sie ist gut im Potsdamer Land angekommen und lässt Grüße ausrichten. Nun, da der Strohwitwen-Haushalt meinem Kommando untersteht spreche ich eine offizielle Einladung für weinselige Frühlingsabende auf der Terrasse aus 🙂 (sturmfrei ^^)

achja… und noch ein bisschen Werbung in eigener Sache: DAS BUCH IST JETZT FERTIG!!!

vom Winter direkt in den Sommer

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Ich werde von einem Guten-Morgen-Kuss geweckt. Danach findet irgendeine Konversation statt, der ich wegen meines verschlafenen Zustands nicht 100%ig folgen kann, aber ich bin bereit alles zu glauben und zu bestätigen, was nur ja nicht zu laut und unfreundlich ausgesprochen wird. An genaue Gesprächsinhalte kann ich mich aus genannten Gründen nur teilweise erinnern, aber sie sind A) nicht wichtig für meine Pointe und gehören B) tendenziell eh in den Bereich des verschwiegenen Bett-Geflüsters. Irgendwann werde ich jedoch gefragt, wie spät es denn eigentlich sei. Ich interpretierte das ganz freimütig als rhetorische  Frage, die sich von selbst beantwortete, denn ich war wie gesagt noch müde und im Bett war es gemütlich- die Uhrzeit interessiert mich in solchen Augenblicken herzlich wenig! „Oh, 8.40 Uhr!“ tönt es von der anderen Bettseite herüber. Auch ich gebe ein erschrockenes „Oh!“ von mir. Es dauert eine Weile, ehe wir herausfinden, dass unser beider Erschrecken zwei äußerst differente Hintergründe hat: er meinte, es sei schon so spät – ich meinte, es sei viel zu zeitig… das passiert wenn ein Knauthainer-Land-Käuzchen auf eine Wahl-Städter-Lerche trifft… 😀

Einer älteren Legehenne war offensichtlich eine Laus über die Leber gelaufen, denn sie krächzte ziemlich komisch in der Gegend rum und verhielt sich auch nicht so aufgeweckt, wie der Rest der Hühnerschar. Die Entscheidung unseres Häuptlings war dahingehend, dass das gute Tier sanft in die ewigen Jagdgründe befördert werden sollte (genauer Wortlaut: „Die Kura dahinten muckert. Der müssmer eene vorn Kopp haun!“… männliches Fingerspitzengefühl… ^^).

Es ist meine Aufgabe, das Corpus Federvieh einzufangen. Mit aller Seelenruhe dirigiere ich es von der Gruppe weg (in einer Hühnerschar wäre es äußerst ungünstig, Panik zu provozieren…!) und als ich es vorsichtig aus seinem Versteck herausfische und zu H. trage, der schon mit Mörder-Mine wartet, habe ich unheimliches Mitleid mit dem armen Hühnchen und überlege allen Ernstes, ob ich nicht doch Veganer werden und nur noch freiwillig vom Baum gefallenes Obst und an Altersschwäche gestorbenes Gemüse essen sollte. Dieses Gefühl ändert sich jedoch immer spätestens dann, wenn der Duft von frisch gekochter Hühnerbrühe durch die Küche zieht.

Am Abend findet das Hühner-Ausnehmen statt, das von Br. und mir ganz traditionell unter Alkoholeinfluss (einem Gläschen Sekt) ausgeübt wird. Während ich höchst professionell die Skalpelle schwinge und seziere, sitzen neben mir die zwei Hunde und verfolgen mit tropfendem Zahn, ob ich auch alles richtig mache. Br. erzählt mir derweil den neusten Dorf-Klatsch und –Tratsch, alte Weisheiten über Naturkräuter und lustige Geschichten aus ihrer Kindheit. Ein ruhiger, gemütlicher, traditioneller Abend- that’s life how it should be!

Mr. Romance weckte mich 8.00 Uhr mit einem Anruf, aber ich hatte eine gute Nacht, deshalb kann ich ihm das nicht mal übel nehmen. Außerdem scheint draußen schon die Sonne und es ist warm (obwohl ich mir hab sagen lassen, dass am zeitigen Morgen noch die Autoscheiben gefroren waren). Nach dem Frühstück zieht es mich sofort raus an die frische Luft und nach den ersten paar Bewegungen im Garten werfe ich zu erst den Pullover und dann die Schuhe von mir, so sommerlich ist mir zumute. Im Sonnenschein bin ich hoch motiviert und schaffe viel. Eine Aufgabe zum Ausruhen ist dann später das Aussortieren und Vorbereiten der Weidenruten zum Flechten. Ich sitze bequem auf dem Gartenstuhl, die Hunde liegen in meinem Schatten und erst der Nachbar weist mich darauf hin, dass meine Schulter recht rot sei. Tzes… EIN sonniger Tag und schon Sonnenbrand! Das schafft nicht jeder… Morgen werde ich mich dann –um der Symmetrie Willen- bevorzugt von der anderen Seite röten lassen 😉

Nach abgehakter to-do-list-for-today nutze ich die letzten Sonnenstrahlen des Tages und lege mich noch ein halbes Stündchen im Bikini in den Liegestuhl auf der Terrasse und genieße den Frühling. Wo ist er schöner, als auf dem Land!?

Bericht über meinen Erzgebirgs-Aufenthalt ist bereits in Arbeit und folgt bald…

Mitte-der-Woche-Status

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Mitte-der-Woche-Status: ein schöner Mittwoch!

Wetter-Status: Früüühling *Juchuhhh*!

Fahrt-Status: in Begleitung der besten Mamutschka der Welt

Kauf-Status: einen super-tollen, gut erhaltenen Nähmaschienentisch

Besuchs-Status: Wadewitz (I love Wawi in spring… :-* )

Pony-Status: es macht einen schon leicht nervös, wenn das Pony meint, in aller Ruhe weiter Mittagsschlaf zu halten, während man rings um es herum damit beschäftigt ist, zu misten, neu einzustreuen etc…. ist aber alles i.O.

Wiesen-Status: ich habe keine Koppel, sondern ein Feuchtbiotop…

Frühjahrsblüher-Status: aaalle Blümchen sind schohon daaa…. aaalle Blümchen aaalle: Krokusse, Winterlinge, Schneeglöckchen, Gänseblümchen, die Blattspitzen von Osterglocken und Tulpen und am heimischen Zimmerfenster fängt Clivia Nummer 4 an zu blühen

Anruf-Status: ich liebe die Anrufe von Mr. Romance. Es ist ein schönes Gefühl, wenn jemand an dich denkt!

Bilder-Status: Nummer 3 ist fertig

Kreativitäts-Status: wenn ich könnte wie ich wöllte, dann würden pro Tag 50 neue Projekte auf den Weg gebracht werden und mit den Ideen, die ich momentan hab, könnte ich einer ganzen Fabrik voll Leute Beschäftigung verschaffen…

Gesundheits-Status: laut Gesundheitsamt: alles tip top! laut eigenem Gefühl: alles tip top außer den üblichen alten Kriegsleiden 🙂

Fettnapf-Status: zum Aschermittwoch in einen polnisch-katholischen Haushalt Kuchen mitbringen… *uuups* 😉

das-schaffe-nur-ich-Status: die aller aller erste Brennnessel des Jahres beim Moossuchen finden und sich damit die ganze Hand vernesseln… :-/

the day after valentine

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Mein Valentinstag war der beste, den ich JE hatte. In Anlehnung an das Gespräch mit D. gestern möchte ich mich hiermit ausdrücklich bei Valentin dafür bedanken und ihn somit mal lobend in den Vordergrund stellen. Der arme Kerl wird sonst ja total vergessen oder missverstanden. Mr. Romance hat seinem Namen alle Ehre gemacht und mir (und das kommt doch recht selten vor) die richtigen Antworten auf meine Fragen gegeben. Ich freu mich schon auf heute abend!

Draußen ist der meiste Schnee weg getaut. Über die Sonne und die milderen Temperaturen freue ich mich sehr, aber der Matsch könnte sich ein bisschen mehr in Grenzen halten…

Es ist übrigens sehr schön, wieder -ohne über Meter-hohe Holzberge zu fallen- hinter in den Gemüsegarten gehen zu können!!! Danke D.!!! 😀