Hengstgrüße – mit 1 PS

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IMAG0338Hallo, hier spricht der Hengst!
Neuerdings bekommt Saskia immer wieder Anfälle von erzieherischem Hyper-Aktionismus. “Was Serafina in deinem Alter schon alles konnte!”, bekomme ich dann immer zu hören, werde gestriegelt & poliert bis ich glänze, kriege ein Metallstück ins Maul geschoben, auf dem man herrlich drauf rumketschen kann, einen Gurt umgeschnallt und dann muss ich immer wie ein Uhrwerk Runde um Runde an der Longe um Saskia drehen. Die steht währenddessen faul in der Kreismitte und würde sie mir nicht ständig erzählen, was für ein gelehriger, toller & gutaussehender Hengst ich bin, würde ich mir nicht die Mühe mit dem Laufen machen und mich einfach stur neben sie stellen und dort bleiben, bis sich ihr Aktionismus wieder gelegt hat.
Aber irgendwie macht es auch Spaß, an der Longe in verschiedenen Geschwindigkeiten zu gehen & zu rennen. Man kommt sich echt wichtig vor und alle die mich sehen staunen immer, wie gut ich das alles schon mache. Dann platzt Saskia immer fast vor stolz, weil sie denkt, sie hätte mir das alles beigebracht, dabei habe ich das Laufen ganz allein gelernt (auch wenn Saskia mir vom ersten Lebenstag an dabei zugesehen hat) und dass ich mein Tempo nach Saskias Wünschen richte ist lediglich meinem Großmut zu verdanken – also bin ich der einzige, der Stolz auf seine Leistung sein darf!

IMG-20140702-WA0000Naja mein Kumpel Aramis ist neuerdings auch ganz schön stolz auf sich! Er zieht Saskia und den Kutschmeister L. jetzt immer mit der Kutsche durch die Gegend. Am Anfang war er ganz schön aufgeregt, weil die Menschen ihn Wege gehen ließen, die er bisher noch nicht kannte und ich war ja auch nicht in seiner Nähe, aber inzwischen weiß er, dass er immer wieder zu mir zurückkommt & spielt sich nach jeder Kutschtour auf wie einer von den Budweiser Clydesdales persönlich! Saskia erzählt mir nach solchen Touren immer wie schön es ist mit einem PS unterwegs zu sein und erwähnt dann mit einem bedeutungsvollen Blick auf mich, wie schön es aber auch mit 2 PS sein würde… ich befürchte, dass bedeutet irgendwie Arbeit für mich!

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Hengstgrüße – nur der Wallach grüßt noch nicht

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Hallo, hier spricht Nordstern. Eigentlich wollte ich meinen zweit besten, aber dicksten Kumpel Aramis dazu überreden, hier auch mal was zu posten, aber er traut sich wieder nicht. Dabei sollte man das von Saskia angebotene Blog-Sharing so oft ausnutzen wie es geht, denn es werden sicher wieder Zeiten kommen, wo sie keine Zeit hat meine philosophischen Ergüsse mit ihren vielen Minihüfchen auf der Tastatur einzutippen und in die weite digitale Welt hinauszutragen.

Aramis sagt, er wisse nicht, was er der digitalen Welt sagen sollte, denn wenn er erwähnt, was für leckeres Zeug auf unserer Wiese wächst oder wie nett Saskia zu uns ist, dann würden vielleicht plötzlich ganz viele andere Vierbeiner auftauchen und erst die leckeren Kräuter und dann die liebe Saskia für sich beanspruchen – das könne man nicht riskieren.

Ich finde das Ganze etwas hinterwäldlerisch von ihm und habe ganz ernst mit Saskia darüber geredet. Sie hat mich sofort verstanden & an einer Lösung gearbeitet. Jetzt führt sie Aramis fast täglich allein von unserer Wiese weg. So habe ich ein bisschen mehr Zeit & Platz für mich ganz allein und Aramis indessen wird einem strengen Fitnessplan unterworfen. Das soll ihn zum einen körperlich fit machen, zum anderen moralisch wieder auf gerade Linie bringen, denn in letzter Zeit drehten sich seine Gedanken SO STÄNDIG ums Fressen, dass es inzwischen schon Kollateralschäden wie aus Versehen blau getretene Füße und unabsichtlich zerknickte Handgelenke gibt. Der Junge sollte mal mit mehr Konzentration durchs Leben gehen!

Langsam ist aber eine Besserung zu merken: Aramis erlebt in diesen Fitnessstunden eine Menge & ich denke irgendwann wird er so viel erlebt haben, dass er euch das einfach erzählen MUSS, sonst platzt er noch oder kriegt chronische Verstopfungen…

Außerdem hat Saskia mir erzählt, dass es auch andere Pferde gibt, die bloggen (guggst du hier: http://pfridolinpferd.wordpress.com/), das gehört sich also für einen Hengst von Welt!

Sommer-Status

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IMAG0243 Vorgarten-Status: stolz auf mein kleines Rosenstämmchen und die zauberhafte Kletterrose.

Horizont-Erweiterungs-Status: war afghanisch essen – war echt lecker! Vor allem meine Begleitung.

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Heu-Status: erster Schnitt der eigenen Wiese ist drin. Erster Schnitt Klucksgraben ist drin. Für die Kaninchen reichts alle Mal, für die Pferde ist das Winterheu vorbestellt- die Sintflut kann kommen 😉

IMAG0244Sommer-Status: was gibt es schöneres als in lauen Sommernächten schweigend die Sterne zu beobachten und dann von einem Meer von Glühwürmchen umtanzt zu werden!?

Arbeits-Status: viel zu tun.

Kutschen-Status: Bremse i.O. – nearly ready to rumble.

Musik-Status: “für mich soll’s rote Rosen regnen”.

Getränke-Status: DAS Getränk dieses Sommers: Kaltenburger Landbowle Erdbeer-Rhabarber. Absolut lecker!

Mood-Status: größtenteils etwas ungläubig ob meines Glücks zum Himmel hoch jauchzend.

IMG-20140614-WA0001Sushi-Status: FUJA SUSHI liefert bis nach Knauthain & war ausgesprochen gut!

Netbook-Status: total verspamt. Langsam sollte man(n) das tatsächlich mal ändern…

Katzen-Status: der Miez geht es wieder besser. Zum Glück entfällt dadurch der ewige Tabletten-Kampf.

Diesel-Status: für 1,27 € getankt! 😀

 

Von Norwegen über Dänemark nach Hause

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Länder-Premiere Nummer eins auf dieser Reise war Norwegen. Nach einer unruhigen Nacht begrüßten uns beim Frühstück strahlend weiße niedliche Holzhäuser, die sich den Fjordhang hinaufschoben. Im Hintergrund zeigte sich ein majestätisches Bergpanorama. Unser Schiff parkte quasi mitten in der Stadt. Nachdem zwei Häfen lang die “Queen Victoria” neben uns vor Anker lag (wir waren jeweils die ersten vor Ort gewesen und hatten deshalb immer den besseren Liegeplatz), war diesmal die “Aurora” der zweite Kreuzfahrtriese vor Ort.

DSCI0349 Wir verschafften uns als erstes mit dem City Sightseeing – Bus einen Überblick über Stavanger (Diese roten Busse sind äußerst zu empfehlen & ich habe damit schon mehr als ein Dutzend Städte Europas kennen gelernt. Man kann die Erklärungen zum Ort, zu den Örtlichkeiten und der passenden Geschichte über verschiedenfarbige Kopfhörer unabhängig vom tatsächlichen Verständnis in seiner Wunschsprache hören, an allen im Prospekt genannten Haltestellen beliebig ein- & aussteigen, das Ticket gilt für 24 Stunden und freies WiFi hat man auch noch 🙂 ) und nach einem kräftigendem Mittagessen bummelten wir dann zu Fuß noch einmal zu den schönsten Aussichtspunkten & Sehenswürdigkeiten.
Die Stadt ist richtig hübsch mit ihren historisch erhaltenen Holzhäusern und Gassen und der idyllischen Fjordlage. Hier lohnt es sich auch einmal länger zu verweilen! Hier würde ich gerne noch einmal hinfahren!

Kristiansand hingegen hat nach einem verheerenden Brand vor langer Zeit den Großteil seiner Holzhäuser verloren und präsentiert sich mit schmucken historischen Steinfassaden. Vor den Kristiansander Häfen tut sich eine wildromantische Schärenlandschaft auf: tausende kleine Inseln & bezaubernde Buchten. Mit einem alten Zweimaster DSCI0325kamen wir an wahrlich wunderschönen Fleckchen Erde vorbei. Jedoch der typische norwegische Charme fehlte mir hier in Kristiansand etwas. Dann war er schon eher in dem verschlafenen Dörfchen Lillesand zu spüren, so klein es auch ist.
Aber in keinem anderen Land (erst recht nicht in Deutschland oder gar Schottland) fielen mir so viele hübsche Menschen auf! Der Durchschnittsnorweger scheint groß, attraktiv und sportlich zu sein mit ausdrucksstarken Augen und dem gewissen Etwas! Norwegen lohnt sich also definitiv! Vor allem da wir das Land mit strahlend blauem Himmel, Sonne pur und Temperaturen über 20°C erleben durften!

DSCI0430Auch in Oslo ging es mit schönem Sommerwetter, gutaussehenden Leuten und Stadtkulissen weiter. Der Stadtname sieht auf Landkarten immer genauso groß gedruckt aus wie Berlin, aber Oslo ist von der reinen Fläche und der Einwohnerzahl her in Wirklichkeit eher kleiner als man denkt – viel kleiner! Der Vorteil: man kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt bequem zu Fuß erlaufen, vor allem wenn man dazu eine kompetente Führerin aus Bad Lausigk hat, die schon seit 20 Jahren in Oslo zu Hause ist. DSCI0428Im Gedächtnis wird mir vor allem das Christian-Denkmal bleiben: eine Hand die mit dem Finger auf eine Stelle des uralten Marktplatzes vor dem alten Rathaus zeigt. “Hier soll meine Stadt stehen!”, soll der Gutste damals gesagt haben und die Stadt wurde dann auch gleich passender Weise Christiania genannt. Das aktuelle Osloer Rathaus ist von außen groß, rot und eher klotzig als protzig. Aber wenn man hinein geht gehen einem fast die Augen über vor lauter Marmor, Wandgemälde und modernen, aber ansprechenden Verzierungen.

IMAG0191Das Königspaar bekamen wir leider nicht persönlich zu Gesicht, ebenso wenig einen Tag später die dänischen Amts- & Würdenträger, aber das Schloss war klein und hübsch (das in Dänemark natürlich auch) und in beiden Ländern taten geflissentlich die Gardisten ihre Pflicht und stolzierten aufgeputzt wie die Pfauen vor den Eingangspforten hin & her.

Dänemark, Kopenhagen war die letzte Station der Tour und nachdem ich im vorherigen Verlauf die City Sightseeingbusse so explizit lobend erwähnt habe, möchte ich hiermit der Richtigkeit halber darauf hinweisen, dass die Busse leider nur die im Prospekt genannten positiven Aspekte erfüllen und sich leider nicht nach den unrealistischen Wünschen mancher Pauschaltouristen richten. Wenn dort steht, dass der Bus die vorgegebene Route von 15 Haltestellen immer im Kreis fährt, dann sollte man sich nach Ablauf der 15 angegebenen Haltestellen also nicht beschweren, dass der Bus an dieser Stelle schon einmal vorbei fuhr und wenn die Ampel rot ist, dann bleibt der Fahrer stehen & fährt bei grün sehr sanft wieder an und dann im gemütlichen Tempo voran, damit die Fahrgäste nicht stürzen & man in Ruhe die Stadt betrachten kann und die Möglichkeit hat auch während der Fahrt Fotos zu machen und dass das Personal in außerdeutschen Städten nicht unbedingt gut deutsch sprechen kann, sollte man auch nicht bemängeln, da die meisten besser englisch sprechen als die deutschen Touristen. Mit meinen Mitreisenden setzte ich mich also in einen solchen Bus und fuhr durch die Stadt, während eine unangenehme blonde Person die ganze Zeit über meckerte und mäkelte. Währe es nach dänischem Recht nicht verboten gewesen, dann hätte ich sie über die Dachreling des Doppelstockbusses geschubst!
DSCI0556Im Anschluss bummelten wir vom Disney-Store 😉 über Paläste und Kastelles zu diversen Meerjungfrauen und hatten dann einen riesen großen Hunger nach all der Sonne und dem Umhergetippele. Zum Glück gab es abends wieder das traditionelle Fünf-Gänge-Menü mit des öfteren nachbestellten Brotkörben und Aufstrich-Schälchen. Danach war der Hunger wieder gestillt und der emotionale Abschied bei der Pooldeckparty war gekommen.

So schnell war unsere Reise um, schon ging es wieder ans Kofferpacken & Zusammenräumen und am Montag auf lange Heimreise, diesmal nicht mit einer Handbreit Wasser unterm Kiel sondern mit Rollen unterm Hintern 😉 Doch erstaunlicher Weise war die Fahrt im ICE außer fehlerhafter Bahnhofaushänge wirklich bequem und mit Stromanschluss & individuellem Bordradio gut ausgestattet. Nur kostenfreies WiFi sollte endlich mal weltweit durchgängig angeboten werden…

No Puffin

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Die Ankunft in Kirkwall hat man als erstes gespürt. Ein leichtes Schaukeln und Ruckeln begleitete das Anlegen des Schiffes am Pier. Ein Blick aus dem Fenster zeigte: nix. Graue Wellen gingen direkt in grauen Nebel über und verhinderten, dass man weiter als 50 Meter weit schauen konnte. Als wir von Bord gingen, um mit unseren Guides die Umgebung kennen zu lernen, wurde der Nebel sogar noch dichter. Geheimnisvoll verhüllten sich die Inseln und ließen uns an alle Märchen und Sagen glauben. Erst recht, als aus dem Nichts, in Nebelschwaden eingehüllt die ersten Standing Stones auftauchten und hochmütig wie seit tausenden Jahren auf uns vergängliche Kreaturen hinabblickten. Ein eisiger Wind zerrte an uns und ließ die Kälte bis in die Knochen kriechen. Selbst die Lämmer auf den Wiesen kuschelten sich Schutzsuchend dicht an ihre Mütter. Ich atmete die salzige frische Luft, die so weitaus klarer war, als der Nebel es erwarten ließ und mochte diese mystische Gegend aus ganzem Herzen.

IMAG0110Als wir Skara Brae erreichten schaffte es der Wind, die dichte Nebelhülle zu zerreißen. Hinter den steinzeitlichen Siedlungsresten tat sich eine wunderbare Sandbucht auf & sanfte grüne Hügel auf denen sich halbhohe Steinmauern kreuzten – schnurgerade, wie mit dem Lineal gezogen. Ums vielfache mehr Rinder & Schafe als Menschen sind auf den Orkney Inseln beheimatet, ein Großteil der Inseln ist unbewohnt. Die Leute hier sind auf die Gemeinschaft angewiesen – Kriminalität gibt es hier nicht. Auch wir als Fremde bekommen die hiesige Freundlichkeit zu spüren und sind begeistert von der Kreativität und Handwerkskunst die sich uns hier präsentiert (und von den Wasserfontänen, die uns zu Ehren neben unserem ablegenden Schiff am Abend zu sehen waren).

DSCI0238Die Sonne hatte sich irgendwann ihren Platz am Himmel erkämpft, der eisige Wind hatte nachgelassen & man konnte zu recht behaupten, wir hätten auf Mainland schönes Wetter gehabt. Dass das kleine Kirkwall gleich eine das gesamte Stadtpanorama überragende und dominierende Kathedrale hat, einen Bischofs- & einen Earlspalast, sowie eine Vielzahl an Kirchen beherbergt, kann verwundern, aber was wir gerade so als Kleinstadt bezeichnen würden ist für die Orkneys absoluter Dreh- und Angelpunkt des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens der Inseln.

Die Landschaft der Orkneys lässt die Augen und die Seele zur Ruhe kommen und wird doch nie langweilig. Einzig und allein die Bäume fehlen mir! Die wenigen unscheinbaren, Moosbewachsenen Exemplare krümmen und ducken sich unter dem strengen Wind zur Erde.

Ein ganz persönliches Highlight für mich waren die vielen Oystercatcher – hübsche Vögel, die an der deutschen Ostseeküste denkbar unbekannt sind. Nur Puffins habe ich leider nicht in echt, sondern nur tausendfach in den verschiedensten Souvenirrepliken gesehen… aber das wird schon noch bei der nächsten Reise!

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Da ist es wieder, das Phänomen: wenn man nicht den halben Tag ohne merkliche Bewegungen auf einem Liegestuhl verbringt, dann hat man keine Zeit zum Bloggen! (Das sagt indirekt einiges über mein Arbeitspensum während meines Studiums aus, denn damals wurde mein Blog meinerseits sehr regelmäßig und ausführlich geführt. 😉 )

Nun war ich endlich mal wieder in der alten Heimat! Good old Scotland hat sich zu meiner Beruhigung nicht verändert. Die Edinburger Straßenbahn ist zwar endlich in Betrieb, die Läden haben neue Kollektionen, aber sonst ist es genau, wie als ob man nie weg gewesen wäre.
Das Wetter war/ist typisch: von einem Regenschauer, der die Straßen schwimmen lässt bis zu Sonnenbrandgefährlicher Sonne in blauem Himmel ist alles möglich – mit bis zu halbstündlichen Wechseln. Schön, dass meine Vorhersagen noch funktionieren – ich bin halt doch eine alte Wetterhexe 😉
Die schönsten Farben der Erde gibt es nur in den Highlands. Und nie sind die Farben strahlender als nach einem schönen frischen Regenguss. Mit dem Auge einer Malerin kann ich gar nicht genug schauen und träumen und das Schwärmen fange ich vorsichtshalber gar nicht an, denn ich würde damit vermutlich NIE wieder aufhören können.
Edinburgh zog langsam an mir vorbei. Ich stand mitten drin, bewegte mich durch die Straßen, trank Whisky im Pub und doch zog die Stadt wie eine geliebte, oft angesehene, schon leicht vergilbte Lieblingsphotografie an mir vorbei mit so einem unrealen Gefühl…

DSCI0145Invergordon war nett aber noch viel viel kleiner als ich mir das vorgestellt hatte. Eine kleine Hauptstraße mit fünf Geschäften und einer handvoll bemalter Häuserfasaden. Den Geruch von ins Meer geleitetem Tail-Whisky, Seetang, Miesmuscheln und Erdöl hatte man immer in der Nase. Erst lange nach dem Ablegen würde der Maische-Geruch nicht mehr in der Kabine festhängen.
Wirklich beeindruckend fand ich die Seafarer- Organisation! In der Kirche – ich wüsste nicht einmal, welcher Religion sie nun tatsächlich angehörte – wurden die Cruise-Passagiere herzlich, vor allem aber die Besatzung der Schiffe aufs Wärmste empfangen. Im vorderen Kirchenschiff gab es Kaffee und Kuchen, freies WiFi, PCs, Leih-Sim-Cards, einfühlsame Gesprächspartner – eigentlich alles was man sich als SeefahrerIn fernab der Heimat bei einem viertlen Tag Freigang nur wünschen kann.

Bei einer kurzen Tour nach Dornoch war ich froh, für ein paar Minuten allein unterwegs zu sein. Und sei es nur der Weg zum Postamt, dass noch – entgegen der Öffnungszeiten-Tafel – geschlossen hatte. Ein kurzes Gespräch mit einer jungen schottischen Familie vor dem wunderbar britisch-rotem Postkasten, der Einkauf bei Co-op – mit meinem roten Haar und ohne weitere in touristische Regenmäntel gehüllte Busladungen voll Kurzbesichtiger falle ich einfach nicht als fremd auf und das bewirkt ein Gefühl des Willkommen-geheißen-werden & des unausgesprochenen Zusammengehörigkeitsgefühl, das Schottland schon vor vielen Jahren unauslöschbar tief in mein Herz eingraviert hat.
Unter solchen Umständen sieht man den kleinen Regenbogen über dem Firth of Forth während des Abendmenüs als persönliches gutes Omen und den fast schon kitschig schönen Sonnenuntergang in den Highlands nach dem Abendmenü des nächsten Abends als Gutheißung der eigenen Anwesenheit im Traumland.

Da macht man doch tatsächlich schon Pläne für eine mögliche nächste Kreuzfahrtroute, diskutiert über die Vor-& Nachteile von Fluss- & Meeres-Kreuzfahrten, während neben einem beim Auslaufen aus dem Cromarty Firth ein wunderbares Panorama langsam vorbeizieht und man eigentlich auch nach dem dritten Tag noch immer nicht richtig realisiert hat, wo man gerade ist und was man da gerade tatsächlich vor sich sieht und erlebt.
Die Zusammenfassung bisher wäre: ein Gefühl der Purheit, Echtheit und gleichzeitig der Unwirklichkeit hat sich eingestellt und größtenteils finde ich mich zufrieden in mich hineinlächelnd und rundum zufrieden wie schon lange nicht mehr wieder.
In diesem Zusammenhang möchte ich meine Reisebegleitung einmal lobend erwähnen, die meine Tage NOCH kurzweiliger, amüsanter, atemloser und behaglicher macht. Danke!

 

Hengstgrüße – Urlaub auf dem Lande

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Hallo, hier meldet sich mal wieder Nordstern, diesmal vom Urlaub auf dem Lande! In den letzten Tagen war Saskia immer nervöser geworden und räumte am Stall Sachen hin und her, schrieb Listen und sah Aramis und mich seufzend an. Ich bekam schon leicht beklemmende Gefühle, weil ich an Bergkristalls spontane Abreise dachte, aber da Saskia mir hier du da in die Mähne murmelte, dass wir die paar Tage schon alle gut überstehen und genießen würden, machte ich mir keine zu großen Sorgen. Ich hab schließlich viel Vertrauen.

An einem späten Mittwochmorgen kam Saskia dann mit dem Ex-Chef ans Gehege und ich meckerte schon etwas rum, weil die Frühstückszeit eigentlich mehr als nur lange begonnen hatte. Aramis & ich bekamen die Halfter angezogen und wurden den Grasweg zur Straße geführt. Dort stand schon wieder ein Anhänger. Ich lief tapfer hinter Saskia her- ganz dicht, damit mir nix passieren würde- auch auf den Hänger hinauf. Nur ganz ganz kurz hab ich gezögert, weil die Rampe beim Drauf-Treten so laut klapperte.
Saskia gab mir noch einen Kuss auf die Nase, dann wurde der Hänger von außen geschlossen und fing an zu schaukeln und sich zu bewegen. Wir fuhren gar nicht so lange, aber Aramis jammerte mir die ganze Zeit die Ohren voll, dass wir ja noch gar nicht gefrühstückt haben und was für einen Hunger er hatte. Dabei fällt gerade Aramis ja nun weiß Gott nicht vom Fleisch, nur weil eine Mahlzeit mal wegen einem kleinen Abendteuer ausfällt.

Das Schaukeln und Ruckeln wurde mit einem Mal immer stärker und ich fragte mich schon, ob die Menschen denn plötzlich statt auf, neben der Straße fuhren, aber da hielten wir endlich an und Saskia tauchte wieder auf. Aramis und ich gingen ganz gesittet vom Anhänger hinunter, so wie Männer von Welt das halt machen und staunten dann nicht schlecht, als wir auf einer riesigen saftigen Wiese mit ganz vielen schattigen Bäumen standen. Ich glaubte mich dunkel daran zu erinnern, dass ich die Gegend schon einmal gesehen hatte und lief gleich mal die Grenzen der Wiese ab.
IMAG0003Immer noch hektisch strich Saskia abwechselnd mir und Aramis über den Hals und ließ uns dann endlich zum Frühstücken allein. Nur hatte sie vergessen, uns noch die Halfter auszuziehen. Ich war so freundlich und übernahm die Aufgabe für sie.
Aramis fand das blöd, dass ich ihm am Halfter rumknabberte und es ihm Schlussendlich über die Ohren zog und sagte, dass mache er bei mir nicht, deshalb musste ich mich selbst so lange an einem Baum schubbern und den Kopf schütteln, bis mein Halfter endlich doch wenigstens auf Halbmast hing.
Am Nachmittag kam Saskia dann noch einmal vorbei, aber anstatt mir für die Halfteraktion zu danken, brummelte sie etwas mürrisch vor sich hin als sie kreuz und quer über die große Wiese lief und sammelte schließlich in der hintersten Ecke Aramis Halfter ein ohne einem einzigen anerkennenden Wort.

“Benehmt euch! Und genießt euren Urlaub auf dem Land!”, sagte Saskia dann zu uns, drückte uns noch mal ganz fest und fuhr dann weg. Jetzt habe ich sie schon ein paar Tage nicht gesehen und muss zugeben, wir haben hier alles was wir brauchen, aber mir fehlt ein bisschen Abwechslung und Gesellschaft hier draußen. Aramis kann manchmal so ein Langweiler sein! Er behauptet zwar immer, er benehme sich nur erwachsen, aber Saskia ist ja auch erwachsen und albert oft genug mit mir herum. Hoffentlich hört dieser Urlaub auf dem Lande auch irgendwann mal wieder auf.

Geburtstagsgrüße von der Nordsee

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Da ich gerade inmitten der Nordsee irgendwo zwischen Hamburg und Edinburgh verweile, ist es mir zum heutigen Tag leider nicht möglich persönliche der besten Mamutschka zu ihrem jährlichen Ehrentag zu gratulieren. Ich hatte es zwar heute morgen 0:06 recht hartnäckig auf diversen Familienhandys versucht, die gefragte Person zu erreichen, der Versuch blieb jedoch leider vergebens. Deshalb ist es mir ein tiefes inneres Bedürfnis meine aufrichtigen Glückwünsche wenigstens schriftlich oben genannter Person zu bestätigen. In diesem Sinne: Alles Gute! :-*

Dialog am Morgen in der Kabine:

“Was, es ist schon 10:00 Uhr!?”
“Morgens oder Abends?”
“Wir haben schon geschlafen, also morgens…”

(Durch die Zeitumstellung war es dann aber doch erst 9 Uhr gewesen.)

IMAG0163Beim Gang zum reichhaltigen Frühstücksbuffet überlegte ich krampfhaft, wie viele Roséweine, Portweine & Whiskeys ich gestern eigentlich hatte, denn das Gehen fühlte sich so schwankend an. Zum Glück lag dieser Zustand aber an der Schiffsbewegung und nicht an dem Auskosten des All-inclusives. Und jetzt, mit einem DolceVita in der Hand, im Bikini in der herzhaften Maisonne auf der Sonnenliege am Pooldeck liegend ist das sanfte Schaukeln des Schiffes schon wieder zur Gewohnheit geworden und macht einen so herrlich Urlaubs-träge…

endlich Urlaub!

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Na mal sehn ob ich auf dieser Reise dazu komme, meinen Blog mal wieder zu aktualisieren. Leider habe ich ihn sehr stiefmütterlich behandelt. Aber so ist das nun mal, je mehr man eigentlich zu erzählen und zu bloggen hätte, desto weniger Zeit hat man auch, sich tatsächlich schriftlich der Tastatur hinzugeben.

Mit viel Hingabe pflege ich aber auf jeder Reise mein Reisetagebuch (ganz traditionell (um nicht zu sagen altmodisch) handschriftlich) und schließlich hat die ganze Blog-Geschichte anno 2010 ja ursprünglich als ein Online-Reisetagebuch begonnen (damals noch unter anderer Domain). Vielleicht erinnert sich der eine oder andere ja noch an meine ersten ausführlichen Berichte aus Schottland – ich kann mich jedenfalls noch SEHR gut daran erinnern! Und ich freue mich über die Maßen, dass die diesjährige Kreuzfahrt mich auch wieder nach Schottland führt.
Da sind wir auch schon bei der Reise selbst angelangt: ich kreuzfahrere mal wieder mit dem besten R. der Welt und seinen Eltern, also der altbewährten Kreuzfahrer-Kombi.

DSCI0006Nachdem ich gestern den ganzen Tag mit dem Koffer kämpfte, dass dieser sich auch verschließen ließ, ging es heute mit dem ICE von LPZ Hbf. nach HH Hbf.. Zum Glück saßen wir nicht in dem Hänger, der nach kurzer Zeit wegen Ausfalls der Klimaanlage geräumt werden musste. Und eine weitere Unterbrechung ereilte uns nachdem wir Berlin bereits passiert hatten & der Urlaubsbeginn-Sekt auch schon geöffnet war: ein ungeplanter Zwischenstopp in der Weltmetropole  Bad Wilsnack wegen der ärztlichen Versorgung eines Fahrgastes. Wir hatten 24 Minuten Verspätung nur weil irgendjemand seine Gesundheit wieder nicht im Griff hatte & offenbar unter dem mitfahrenden Bahnpersonal kein fähiger Ersthelfer dabei war.

Die weitere Anreise verlief äußerst flüssig. Die TUI ist im Gegensatz zur Deutschen Bahn halt gut organisiert: kostenloser Shuttlebus, Gepäck-Lieferservice, zügiger Check-in mit Begrüßungsgetränk und überall freundlich lächelndes (größtenteils philippinisches) Personal.

Wir werden mit der “Mein Schiff 1” eine wunderbare Nordroute fahren und haben unsere Ankunft an Bord (unsere Einschiffung) gleich mit einem leckeren Essen gefeiert. Diesmal war jedes Reisegepäck ohne tierische Verluste und Verzögerungen (es wollte keiner Individuum sein 😉 ) sofort auf dem Zimmer und unsere Kajüte ist zum Glück so kuschelig gemütlich, dass ich mich darin nicht verlaufen werde. Auf dem Schiff ist das eine andere Sache. Da die Deckeinteilung slightly anders ist als auf dem zweiten Schwesternschiff muss ich immer erst kurz nachdenken bevor ich im Fahrstuhl einen Knopf drücke oder mich für links- bzw. rechtsabbiegen entscheide. Dass unsere Kabine diesmal nicht im Heck, sondern im Bug-Bereich stationiert ist, macht die Sache nicht einfacher. Aber ein riesiger Vorteil ist: im Bugbereich hat man fast keinerlei Motorgeräusche und die Maschinenvibration ist auch gleich null. Deshalb schlief ich in der ersten Nacht auch traumhaft und freue mich über den äußerst gelungenen Start der Reise!

DSCI0015(Bild: Urlaubsbilder unplugged: ein Hoch auf ungestellte Fotos! 😀 )

 

Hengstgrüße – Blondinenwechsel

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Huhu, hier meldet sich endlich wieder der Hengst und zwar mit riesigen Neuigkeiten. Riesig im wahrsten Sinne des Wortes! Denn nach einem Blondinen-Austausch Anfang Mai steht mir jetzt nicht mehr mein eleganter Kumpel Bergkristall sondern ein überdimensionierter Haflinger in der Alltagsbewältigung bei.
Saskia hat mich unfairer Weise gar nicht darauf vorbereitet und kam an einem verregneten Maimittag einfach so mit diesem Riesentrampel angelaufen, steckte ihn in den Paddock und sagte zu mir: “So mein Junge, ihr werdet euch von nun an anfreunden müssen!” Ich war ziemlich aufgebracht über den Neuen in meinem Hoheitsgebiet und zeigte mich mit hoch getragenem Hals, ausdrucksstarkem Trab und provokantem Schnauben von meiner hengstigsten Seite. Selbst Bergkristall, den man ja sonst immer so mädchenhaft zurückhaltend sensibel kennt, machte einen auf starken Kerl, aber als Saskia ihn dann am Strick plötzlich allein vom Gehege wegführen wolle, verließ Blondi jeglicher Mut und er machte ein ziemlich albernes Theater. Das war der Grund wieso ich im strömenden Regen ebenfalls den nassen Grasweg in Richtung Straße mitlaufen musste, denn mit mir an seiner Seite ließ sich Bergkristall wieder problemlos führen (ich habe halt echte Führungsqualitäten).
Auf der Straße war plötzlich wieder der Ex-Chef da und ein großer Hänger. In den wurde Bergkristall mir nichts dir nichts hinein geschoben und Saskia drehte mit mir allein wieder in Richtung Gehege um und ich bin mir sicher, dass ihre Augen und Wangen nicht von dem blöden Regen so nass waren, sondern dass das etwas mit ihrem herzzerreißenden Schniefen zu tun hatte.
Als dieser ganze Kuddelmuddel endlich vorbei war, klärte Saskia mich endlich darüber auf, dass Bergkristall von seinem Besitzer verkauft worden war und nun in sein neues zu Hause umgezogen ist. Dort soll er den anderen Jungs vom Lande mal zeigen wie sich ein weltmänniger Junghengst zu benehmen hat und was gut städtische Erziehung bedeutet. Ich bin zwar der Meinung für so einen Job wäre ich besser geeignet gewesen, aber ich bin sehr froh, dass ich bei meiner Saskia bleiben kann und mich nicht mit solchen vierbeinigen Dorftrotteln herumschlagen muss.
Und obwohl ich Bergkristall oft geärgert und über ihn geschimpft habe, fehlt mir mein Freund wirklich sehr! Saskia sagt, ihr auch. Sie vermisst sein Begrüßungswiehern (zu dem ich mich auch ihr zu liebe nicht herablassen werde) und seine Anhänglichkeit, aber sie sagt, da wo er jetzt wohnt geht es ihm gut & er wird mal ganz groß herauskommen!
Dass nicht nur Bergkristall gut erzogen war, sondern ich auch was gelernt habe, versuche ich Saskia jetzt immer wieder unter Beweis zu stellen. Ich komme schon nach dem 5. Rufen von der Koppel zurück zum Paddock, lasse mir dieses eklige Anti-Fliegen-Zeug problemlos auch an die Ohren schmieren, laufe brav im Kreis an der langen Leine um Saskia herum (das nennt man “longieren” und Saskia sagt, alle gut erzogenen Pferde müssen so was lernen) und stehe beim Hufeauskratzen ganz still.
IMAG0062-1Aber ich wollte eigentlich nicht mit meinem Können und ausgezeichneten Benehmen prahlen sondern noch ein bisschen von dem Neuen erzählen. Er heißt Aramis, wie eines der Musketiere, aber er selbst ist nicht unbedingt ein “Muskeltier”- sondern eher dick. Er behauptet, er hätte nur einen starken Knochenbau, weil sich in seinem Haflinger-Stammbaum in Urgenerationen auch die einen oder anderen Schwarzwälder Füchse finden lassen, die ja als Kaltblüter für ihre kräftigen Knochen bekannt seien, daher sei er auch nicht goldblond sondern eher tief rotfuchs-blond.
Als Aramis zum ersten Mal auf meinen großen Paddock gelassen wurde, wollte ich ihm gleich zeigen, wer hier der Boss ist und habe mich mächtig aufgespielt. Aramis wollte mich eigentlich nur mal kurz anschnuppern, aber ich hab einfach so getan, als hätte er mir direkt einen Fehdehandschuh ins Gesicht geschmissen, und ihm gleich mal prophylaktisch in den Hals gebissen und dann am Schweif gezogen bis es fusselte. Das hat den Hafi aber nicht sonderlich beeindruckt. Dann bin ich wahrscheinlich etwas weit gegangen, denn als ich mich auf die Hinterbeine stellte und meine Vorderhufe auf seinem Rücken ablegen wollte, hat mir Aramis ganz schön eine gepfeffert…IMAG0018
Jetzt haben wir einen Burgfrieden ausgehandelt und weil ich ja ein extrem sozialer Typ bin, haben wir schon am zweiten gemeinsamen Tag aus einem Trog gefressen. Inzwischen machen Aramis und ich fast alles parallel, aber die blinde Harmonie wie zwischen Bergkristall und mir ist natürlich noch nicht da. Saskia freut sich aber trotzdem, dass wir uns inzwischen so gut verstehen – und das ist doch mit das Wichtigste.