im Oktober auf die Wiesn

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Stilgerecht mit Feinripp-Hemd und Country-Musik ging es mit dem Wohnmobil ab in den Süden- der Sonne hinterher. Nur leider versank die Landschaft je südlicher wir kamen immer mehr im Nebel. Die Außentemperaturen schwankten sehr abenteuerlich zwischen 9 und 19°C. Und ich persönlich hab ja immer das Gefühl, dass es bergab geht, wenn ich gen Süden fahre… 😉

Etwas bergab stand dann auch unser Wohnmobil auf dem Park-Ride-Parkplatz in München, unserem ersten Haltepunkt auf unserem kurzen Oberbayern-Roadtrip. Ohne nennenswerte Probleme – außer eines kleinen “Saskia-ist-auf-der-Raststätte-voller-Itakker-spurlos-verschwunden”-Missverständnisses – verlief die Fahrt. L., mein Mr. Feels-like-coming-home, bewies sich als sehr umsichtiger & sicherer Wohnmobilfahrer! Mein Held!

IMAG0638 Das war mein erster echter Münchenaufenthalt und ich war froh Leute dabei zu haben, die hier schon mal waren oder hier wohnen. Der Unterschied von der Großstadt Leipzig zu der Groß-Großstadt München ist halt doch spürbar. Obwohl wir in Leipzig ja inzwischen mit dem Citytunnel auch eine “U-Bahn” haben. Da ich noch nie verstehen konnte, warum das Oktoberfest im September stattfindet, richteten wir es extra ein, in den Oktobertagen noch einen Oktoberfesteinblick zu erhaschen. Und ich muss sagen: es ist schon erstaunlich das rationale und vernünftige Menschen wider besseren Wissens jedes Jahr auf ein Volksfest rammeln wo es voll, laut & dreckig ist, ein Maß Bier 10€ & eine Brezel 5€ kostet und sich die Birne weg saufen, nur um am nächsten Tag wiederzukommen und erneut einen Haufen Geld und den Verstand zu verlieren… Faszinierend diese menschliche Spezies! Und erstaunlich, dass sie sich noch nicht selbst ausgerottet hat. Aber vermutlich liegt hier eine besondere Betonung auf dem Wörtchen “noch”!

Wir fuhren also U-Bahn, ich mich sicherheitshalber die ganze Zeit an Mr. Feels-like-coming-homes “Rockzipfel” festhaltend. Nicht dass ich Angst gehabt hätte, im Getümmel verloren zu gehen & nicht zum Wohnmobil zurückzufinden… sondern Mr. Feels-like-coming-home hatte unser gemeinsames Fahrticket einstecken 😉 Tatsächlich schafften wir es, auf der schon nachmittags gut gefüllten Wiesn wie verabredet Mr. Feels-like-coming-homes Münchner Freunde zu finden & noch wichtiger: einen Tisch im Ammer Biergarten. Dort trank ich meine ersten Radlermaß und bestellte später ein halbes Bio-Händl mit zwei Klößen für 25€. Für das Essen bezahlte Mr. Feels-like-coming-home dann doch nur 5€… meine Omi -Gott hab sie selig- hätte gesagt: “den Seinen gibt’s der Herr im Schlafe!”. Später meldete sich trotzdem noch mal mein Appetit & ich verabschiedete mich kurz zur Nachtisch-Suche, aber diese Bayern kennen echt nur herzhaftes Zeug! Nach Kräppelchen, Crepes oder süßen Waffeln suchte ich auf der Wiesn vergeblich. Aus Verzweiflung kaufte ich ein kleines Tütchen gebrannte Mandeln für 5€ (Wucher!) und eine Zigarre aus der Dom.Rep. – das haute als Nachtisch auch hin.

Im Biergarten gefiel es mir sehr gut. Als die Sonne versunken war, blinzelten über uns ganz zart die Sterne, die Luft war erfrischend, die Stimmung mit Musik war gut. Man(n) wollte mir aber auch noch das Zelt-Feeling übermitteln & so zogen wir nach 21 Uhr ins Paulaner-Zelt um. Nach ganz kurzer Wartezeit kamen wir dann auch rein, fanden aber keine Auf-den-Biertischen-Stehplätze sondern nur noch im-Gang-Stehplätze. Nach der inzwischen im Algemeinen geleerten Anzahl von Bier-Maßen war es aber wahrscheinlich nicht ganz ungünstig für uns festen Boden unter den Füßen zu behalten. Es ist schon Wahnsinn, was für gigantische Zelte für die paar Tage Jux und Tollerei auf- und später einfach wieder abgebastelt werden!
IMAG0639Die Live-Band im Zelt war toll und die Stimmung war -man entschuldige den ungleichen Vergleich- fast annähernd so gut wie beim Kölner Karneval, nur dass die Leute hier alle als Bayern verkleidet waren, und die Herzlichkeit und Lockerheit bei weitem nicht so gut wie in Kölle waren. Eindrucksvollster Spruch an diesem Abend von einem der grün gekleideten Security-Typen: “Hier wird nicht getanzt!” als Mr. Feels-like-coming-home mich gerade für ein paar Diskofox-Schritte geschnappt hatte & mich unter seinem Arm durchdrehten wollte.
Die reichliche Präsenz der verdrießlich schauenden Securities verhinderte übrigens nicht einige kleine Schlägereiansätze. Tszess… die Bayern immer… 😀

Im Anschluss waren wir noch auf dem Teufelsrad & im Xcess einen Absacker trinken bevor wir sehr dekorativ Richtung Wohnmobil schwankten (nein, wir waren nicht betrunken! Allerhöchstens leicht angetüdelt… 😉 ).

Der Morgen danach war auch vollkommen unproblematisch und entspannt. Man schläft echt gut in so einem Wohnmobil! (Wenn nicht in einem der anderen italienischen Wohnmobilen jemand die ganze Nacht laut geschnarcht hätte… ;-D ). Wir schafften es sogar ganz entspannt auszuschlafen, was während der Zeit in der wir uns kennen ja bisher erst äußerst selten funktioniert hat.

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